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26.07.2022

18:41

Sportartikelhersteller

Adidas senkt Prognosen für das Gesamtjahr – Langsamere Erholung in China

Von: Axel Höpner

Der Dax-Konzern rechnet nun nur noch mit einem Umsatzzuwachs im einstelligen Prozentbereich. Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse um vier Prozent.

Der Dax-Konzern hat mit einer schwachen Nachfrage in China zu kämpfen. imago images/Harry Koerber

Adidas-Zentrale in Herzogenaurach

Der Dax-Konzern hat mit einer schwachen Nachfrage in China zu kämpfen.

München Der Sportartikelkonzern Adidas hat seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt. Seit Anfang Juli verzeichne man „eine langsamer als erwartete Erholung des Geschäfts in China“, teilte der Dax-Konzern am Dienstagabend mit. Auch in anderen Märkten drohe angesichts der globalen Herausforderungen eine potenzielle Konsumzurückhaltung.

Adidas rechnet nun im Gesamtjahr nur noch mit einem Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. CEO Kasper Rorsted hatte ursprünglich für 2022 einen Umsatzanstieg von währungsbereinigt elf bis 13 Prozent prognostiziert. Schon im Mai warnte das Unternehmen aber, man werde eher im unteren Bereich der Spanne liegen.

Beim Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen prognostiziert Adidas nun nur noch ein Ergebnis von rund 1,3 Milliarden Euro – statt ursprünglich 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro. Die operative Marge werde bei etwa sieben Prozent liegen. Hier hatte Adidas anfangs bis zu 11 Prozent in Aussicht gestellt und die Erwartungen im Mai auf 9,4 Prozent gesenkt.

Im zweiten Quartal steigerte Adidas die Erlöse laut vorläufigen Zahlen um währungsbereinigt vier Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank von 387 auf 360 Millionen Euro – trotz eines positiven Steuereffekts von mehr als 100 Millionen Euro.

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    Der Adidas-Aktienkurs sank am Dienstag zwischenzeitlich um knapp sechs Prozent auf 166 Euro.

    Adidas: Investoren verlangen Kurswechsel

    Investoren hatten angesichts des Kursrückgangs an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen eine Trendwende von Adidas gefordert. „Es läuft teilweise schlechter als bei anderen in der Branche, und die Frage ist, warum“, sagte Daniela Bergdolt, Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Der Konzern betone immer, eine volle Produktpipeline zu haben. Doch wenn andere schneller wüchsen, habe man entweder nicht die richtigen Werbeträger oder sei nicht innovativ genug.

    Die Adidas-Aktie hat im laufenden Jahr mehr als ein Drittel an Wert verloren. Über einen längeren Zeitraum betrachtet hätten sich die Aktienkurse der Konkurrenz teils besser entwickelt, kritisierte Thomas Jökel, Fondsmanager von Union Investment. Zwar sei die schwache Performance zum guten Teil auf externe Faktoren zurückzuführen – vom Ukrainekrieg bis zum Boykott westlicher Marken. Doch müsse die Trendwende im zweiten Halbjahr kommen.

    Die weltweite Nummer zwei auf dem Sportartikelmarkt betonte nun, man erwarte für das zweite Halbjahr im Gesamtkonzern weiterhin ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich. Bislang habe man außerhalb Chinas keine nennenswerte Verlangsamung des Durchverkaufs der Produkte oder signifikante Stornierungen von Großhandelsaufträgen verzeichnet. „Vor dem Hintergrund der schwierigeren gesamtwirtschaftlichen Bedingungen“ sei aber eine Abschwächung der Konsumstimmung möglich.

    In China hat Adidas schon länger Probleme. Im ersten Quartal brachen die China-Umsätze des Herzogenauracher Unternehmens um 35 Prozent ein. Als Folge musste der gesamte Konzern einen Umsatzrückgang von währungsbereinigt drei Prozent auf 5,3 Milliarden Euro hinnehmen.

    Verantwortlich für die Probleme in China sind nach Einschätzung von Branchenexperten vor allem externe Faktoren wie der Boykott westlicher Marken und die neuen Corona-Lockdowns. Hinzu kamen allerdings hausgemachte Probleme. So hatte Adidas zeitweise nicht immer die richtigen Produkte im Angebot. Der Konzern kündigte an, mehr Artikel in China für China zu entwickeln, um den speziellen Bedürfnissen des Marktes gerecht zu werden.

    Im vergangenen Jahr und im ersten Quartal hatten sich die Umsätze von Adidas schlechter entwickelt als zum Beispiel die von Puma. Der kleinere Konkurrent legt am Mittwoch die Zahlen für das zweite Quartal vor.

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