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20.06.2022

08:27

Start-up

Lieferdienst Gorillas sprach mit Rivalen angeblich über Verkauf

Der Druck auf die Lieferdienste, profitable Geschäftsmodelle zu finden, steigt. Gorillas hat laut einem Bericht zuletzt Sondierungsgespräche mit Konkurrenten geführt.

Der Lieferdienst hat bereits Bürojobs gestrichen und die Expansionspläne gedrosselt. dpa

Gorillas

Der Lieferdienst hat bereits Bürojobs gestrichen und die Expansionspläne gedrosselt.

Berlin Der Berliner Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas hat einem Bericht zufolge mit Konkurrenten über eine mögliche Fusion oder einen Verkauf ihres Geschäfts diskutiert. Vertreter des Berliner Start-ups sprachen mit mehreren Unternehmen, darunter Gopuff und Jokr, über einen möglichen Deal, berichtet die Finanzagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf Personen, die nicht namentlich genannt werden wollen. Einige dieser Gespräche hätten in den letzten Wochen stattgefunden.

Gorillas soll mit Beratern von JP Morgan zusammenarbeiten, um die möglichen Optionen einzuordnen, sagten einige der Personen. Es handle sich dabei um Sondierungsgespräche, und es sei möglich, dass eine Transaktion gar nicht zustande kommt. Sie unterstreichen jedoch die Herausforderungen, mit denen Start-ups in diesem Jahr konfrontiert sind, da Risikokapitalgeber viele Investitionen aus Angst vor einer Rezession zurückstellen.

Das Problem ist besonders akut für Lebensmittellieferdienste: Das Versprechen, innerhalb von wenigen Minuten auszuliefern, hat ihnen zwar viele Kunden beschert, aber auch in kurzer Zeit viel Geld gekostet. Vertreter von Jokr, JP Morgan, Gorillas und Gopuff lehnten eine Stellungnahme ab.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Pitchbook haben solche Lieferdienste im Jahr 2021 weltweit 9,7 Milliarden Dollar eingesammelt. Zu Beginn der Covid-19-Pandemie war die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen entsprechend hoch.

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    Die Branche schrumpft jedoch mittlerweile und Druck von Investoren auf solche Unternehmen, Geschäftsmodelle mit auskömmlichen Gewinnmargen nachzuweisen, ist gestiegen. Auslöser für diesen Wandel waren der Einbruch von Technologieaktien an den Börsen weltweit und wirtschaftliche Sorgen über steigende Inflation und Zinssätze.

    Gorillas wurde im Mai 2020 von Vorstandschef Kagan Sümer mitbegründet und sammelte zuletzt im Oktober eine Milliarde Dollar ein, wobei das Unternehmen mit etwa drei Milliarden Dollar bewertete wurde. Im Februar sagte Sümer zu Bloomberg, er plane in diesem Jahr neue Finanzmittel in Höhe von 700 Millionen Dollar oder mehr aufzunehmen, um das Unternehmen schneller in Richtung Profitabilität zu bringen.

    Letzten Monat reduzierte das Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter in seinen Büros um die Hälfte und erklärte, dass es strategische Optionen für verschiedene Länder, die nicht zum Kerngeschäft gehören, prüfe. Gorillas verbrennt bis zu 80 Millionen Dollar pro Monat, sagten zwei Personen, die mit den Finanzen des Unternehmens vertraut sind und nicht genannt werden wollten.

    Das Unternehmen hatte seine Expansion in US-Städten wie Los Angeles und Chicago gestoppt, um sich auf den Ausbau seiner Präsenz in New York zu konzentrieren. Inzwischen tritt es auch dort auf die Bremse, so die Personen. Pläne, weitere Lager in New York zu eröffnen, wurden auf Eis gelegt, hieß es.

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