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31.08.2022

15:03

Tarifkonflikt

Piloten stimmen für mögliche Streiks bei Lufthansa und Eurowings

In einer Urabstimmung der Vereinigung Cockpit sprechen sich 97,7 Prozent der Piloten für Streiks aus. Die Verhandlungen laufen jedoch noch.

In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach sich eine Mehrheit von 97,7 Prozent grundsätzlich für Arbeitskampfmaßnahmen aus. imago images/Eibner Europa

Eurowings

In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach sich eine Mehrheit von 97,7 Prozent grundsätzlich für Arbeitskampfmaßnahmen aus.

Frankfurt Nicht nur bei der Lufthansa, auch bei ihrem Ferienflieger Eurowings könnte es jetzt zu Streiks der Piloten kommen. In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sprach sich eine Mehrheit von 97,7 Prozent grundsätzlich für Arbeitskampfmaßnahmen aus, wie ein VC-Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

„Das ist ein Signal, dass die Belegschaft bereit ist, für bessere Arbeitsbedingungen in den Arbeitskampf zu ziehen“, ergänzte er. Zunächst werde in der kommenden Woche mit dem Arbeitgeber aber über bessere Arbeitszeitregeln weiter verhandelt. Das Ergebnis der Urabstimmung sei daher kein Streikbeschluss, erklärte die VC. „Es ist das verschärfte Signal, quasi die gelbe Karte an Eurowings.“

Sobald die kampfstarke Pilotengewerkschaft Streik ausruft, streichen die Airlines Flüge oft in hoher Zahl. Viele Passagiere müssen dann ihre Reisepläne ändern oder abblasen. Eine Streikdrohung setzt den Arbeitgeber daher unter Druck. Bei der letzten großen Streikwelle vor sechs Jahren hielt das Lufthansa-Management dem lange Stand: Die Piloten legten mehr als ein Dutzend mal binnen anderthalb Jahren die Arbeit nieder. Das kostete das Unternehmen eine halbe Milliarde Euro.

Eurowings hatte zuletzt erklärt, die Vorschläge der VC zu prüfen. Die Airline zeigte sich zuversichtlich, eine Lösung ohne Streik zu finden. Es seien weitere Termine in den erst seit Juli laufenden Verhandlungen vereinbart worden.

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    Die Flugzeuglenker klagen über hohe Arbeitsbelastung, da die Personaldecke für den starken Anstieg des Flugverkehrs nach dem Überwinden der ersten Corona-Wellen zu dünn sei. Die Einsatzzeiten müssten besser planbar sein und nicht immer auf das rechtliche zulässige Maximum ausgedehnt werden, erklärte VC-Tarifvorstand Marcel Gröls.

    Unterdessen schwelt der Tarifkonflikt der VC mit der Hauptairline Lufthansa über höhere Gehälter weiter, sodass es auch hier jederzeit zum Ausstand der Piloten kommen könnte. Die Tarifparteien seien weiter im Gespräch, hieß es von beiden Seiten. Die VC fordert 5,5 Prozent mehr Geld ab Juli, einen automatischen Inflationsausgleich ab 2023 und für den Pilotennachwuchs höhere Einstiegsgehälter und einen schnelleren Tarifanstieg. Die Lufthansa bot 5,5 Prozent Tariferhöhung an. Weitere Details nennt die Airline bisher nicht.

    Von

    rtr

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