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02.05.2021

15:41

Textildiscounter

Tengelmann-Chef Haub baut nach der Komplettübernahme die Führungsspitze von Kik um

Von: Florian Kolf

Gleich drei neue Geschäftsführer verstärken das Management. So soll der Händler ohne Staatshilfe durch die Krise kommen und wieder wachsen.

Der Discounter erwirtschaftet mit fast 30.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Er hat mehr als 3800 Filialen in zehn Ländern. KiK

Kik-Filiale

Der Discounter erwirtschaftet mit fast 30.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Er hat mehr als 3800 Filialen in zehn Ländern.

Düsseldorf Nach der Komplettübernahme von Kik baut Tengelmann-Chef Christian Haub jetzt die Geschäftsführung des Textildiscounters um. Wie das Handelsblatt erfuhr, bekommt Kik-Chef Patrick Zahn Verstärkung durch gleich drei neue Geschäftsführer. „Das ist ein wichtiger Schritt, um Kik zukunftsfähig und krisenfest zu machen“, sagt Haub.

Viel Erfahrung bringt der neue Finanzchef Rüdiger Hartmann, 53, mit ins Unternehmen. Er wurde vom direkten Wettbewerber NKD abgeworben. Er hatte dort seit 2014 maßgeblich zum Turnaround des Unternehmens beigetragen, das durch eine zu aggressive Wachstumsstrategie in die roten Zahlen geraten war.

„Wir konnten mit Rüdiger Hartmann einen Experten im Finanzwesen gewinnen, der mit seiner Erfahrung in internationalen Märkten und unterschiedlichen Branchen einen frischen Blick auf unser Unternehmen mitbringt“, lobt Zahn den neuen Geschäftsführer.

Hartmann hatte seine Karriere bei Burger King gestartet, wo er sich bis zum CFO mit der Verantwortung für die Bereiche Finance, Supply Chain Management und IT für die Region Europa, Naher Osten und Afrika hocharbeitete. Danach leitete er zwei Jahre das operative Geschäft von Karstadt.

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    Hartmanns Vorgänger Michael Badinger, 49, war 2018 von Lidl zu Kik gewechselt, dort aber wohl nicht richtig warm geworden. Offiziell verlässt er das Unternehmen auf eigenen Wunsch und in gegenseitigem Einvernehmen. Offenbar gab es aber unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung, wie aus Firmenkreisen zu hören war.

    Eine direkte Folge des Wechsels im Besitzerkreis bei Kik ist die Veränderung an der Logistikspitze. Logistikgeschäftsführer Burkhard Schültken, 57, gilt als Vertrauter des bisherigen Minderheitseigentümers Stefan Heinig, der seinen 15-Prozent-Anteil Ende vergangenen Jahres an Tengelmann abgegeben hat. Schültken will eine Auszeit nehmen und dann etwas Neues suchen.

    Die Lücke wird mit Führungskräften aus den eigenen Reihen gefüllt. Geschäftsführer für Wirtschafts- und Fachfragen in der Logistik wird Udo Rogowsky, 53. Der Manager ist vor einem guten halben Jahr von Fressnapf zu Kik gewechselt. Ihm zur Seite steht als zweiter Logistik-Geschäftsführer mit der Zuständigkeit für Personal- und Sozialfragen der bisherige Bereichsleiter Michael Fröhlich, 44. Die beiden werden Geschäftsführer der Logistik-Gesellschaft, die unterhalb der Kik Textilien GmbH angesiedelt ist.

    Kik hofft auf die Wiedereröffnung nach der Pandemie

    Nun wartet das Handelsunternehmen darauf, wieder regulär die Läden öffnen zu können. Vor der Pandemie hatte Kik mit 3800 Filialen einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erzielt. „Wir haben jetzt ein Managementteam mit breiter Erfahrung und einer professionellen Aufgabenverteilung, um unter der Führung von Patrick Zahn nach der Pandemie direkt durchzustarten“, sagt Eigentümer Haub. Er steuert das Unternehmen im Gegensatz zu Konkurrenten wie Galeria Karstadt Kaufhof oder Takko ohne Staatshilfe oder staatlich verbürgte Kredite durch die Krise.

    Kik ist mit einem Deutschland-Umsatz von 1,7 Milliarden Euro nach H&M der zweitgrößte Textilfilialist hierzulande. Im ersten Lockdown 2020 hatte der Händler 300 Millionen Euro Umsatz verloren. Kik-Chef Zahn hat deshalb im Handelsblatt-Interview mit harten Worten die „Salamitaktik“ der Regierung kritisiert und eine Öffnung der Läden unter strengen Hygienemaßnahmen gefordert.

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