Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

21.10.2021

16:31

Verkehr

Sturmtief löst Bahnchaos aus – Ausfälle und Verspätungen in vielen Bundesländern

Das Orkantief sorgt für starke Einschränkungen nicht nur im Bahnverkehr. Vielerorts mussten die Feuerwehren ausrücken.

Wegen des Sturmtiefs hat die Deutsche Bahn zeitweise den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt. dpa

Reisende am Kölner Hauptbahnhof

Wegen des Sturmtiefs hat die Deutsche Bahn zeitweise den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt.

Berlin Das Sturmtief über Deutschland hat am Donnerstag zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sei der Zugverkehr der DB Regio bis auf Weiteres eingestellt, teilte die Deutsche Bahn gegen Mittag mit.

Dagegen laufe der Fernverkehr unter erschwerten Bedingungen weiter. Am Nachmittag rollten die Züge langsam wieder an. „Bis sich der Verkehr normalisiert hat, dauert es noch. Aber wir fahren wieder“, sagte ein Bahn-Sprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. Deutschlandweit warnte die Bahn vor Verspätungen und Zugausfällen.

Auch in Nordrhein-Westfalen, wo der Fernverkehr zwischenzeitlich komplett eingestellt worden war, rollen seit dem Mittag auf einigen Strecken wieder erste Fernzüge. Fahrgäste, die aufgrund des Unwetters ihre Reise verschieben wollen, könnten ihr gebuchtes Ticket ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach dem Ende der Störungen einlösen.

Für den Donnerstagnachmittag und -abend warnte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie vor einer Sturmflut an der Nordsee sowie im Weser- und Elbegebiet. Das Hochwasser werde an der Nordseeküste 1,00 bis 1,50 Meter und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser betragen, hieß es. Weitere Sturmfluten am Freitag seien nicht ausgeschlossen. Der Scheitelpunkt in Hamburg-St.-Pauli soll am Donnerstag um kurz nach 18 Uhr erreicht werden.

Vielerorts rückten die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und Teile von Dächern aus. Im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg kollidierte in der Nacht ein Güterzug mit einem herabgefallenen Ast auf dem Gleis. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand Wetter aus. Seit dem Morgen habe es bereits Dutzende wetterbedingte Einsätze gegeben. In Hamburg-Ohlsdorf stürzten zwei etwa 15 Meter hohe Bäume auf ein Auto und ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus. Verletzt wurde dabei niemand.

Vielerorts rückten die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und Teile von Dächern aus. dpa

Feuerwehreinsatz in Hamburg

Vielerorts rückten die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und Teile von Dächern aus.

Auch in Bayern verursachte der Sturm erste Schäden. Die Polizei meldete Dutzende Einsätze. Teilweise kam es auch zu Stromausfällen. In Düsseldorf rückte die Feuerwehr meist wegen loser Äste, umgekippter Bäume oder Absperrungen an Baustellen aus. In mehreren Orten in der Pfalz sowie in Koblenz fiel am Vormittag der Strom aus.

In Thüringen wurden zahlreiche Einrichtungen wie der Zoopark Erfurt und der Tierpark Suhl geschlossen. Auch städtische Friedhöfe in Erfurt wurden geschlossen, sodass geplante Bestattungen und Trauerfeiern ausfielen.

Im Harz kippten zahlreiche Bäume um und versperrten auch einige Straßen, wie der Nationalpark und die Polizei mitteilten. Die Landesforsten und der Nationalpark warnten davor, Wälder zu betreten. „Jetzt in den Wald zu gehen, ist absolut unverantwortlich. Auch wenn der Sturm abgeflaut ist, dann können Bäume noch jederzeit umfallen“, warnte Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz am Donnerstagvormittag.

Auf dem Brocken sei die Lage bereits am Mittwoch dramatisch gewesen, sagte Knolle. Besonders Touristen seien unverantwortlich gewesen. Bilder vom Gipfel zeigten demnach Kinder, die dort herumwirbelten und sich nicht mehr hätten halten können, sowie Erwachsene mit Kinderwagen.

Der DWD ging von schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde aus. Im Bergland könne es sogar Orkanböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde geben. In der Nordhälfte Deutschlands seien auch „kurzlebige Tornados“ nicht ausgeschlossen, hieß es. Im Laufe des Nachmittags sollte der Wind den DWD-Angaben zufolge von Westen her wieder nachlassen. Es wird insgesamt kühler.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×