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27.11.2018

10:18

Andy Gu

Dieser Mann hat Kuka-Chef Reuter entlassen

Von: Axel Höpner, Sha Hua

Kuka-Chef Till Reuter hat die Wünsche seines chinesischen Chefkontrolleurs nicht erfüllen können. Nun trennen sich ihre Wege.

Der Chefkontrolleur fädelte als rechte Hand des Unternehmenschefs Fang Hongbo das Übernahmeangebot für Kuka ein. imago/Xinhua

Andy Gu

Der Chefkontrolleur fädelte als rechte Hand des Unternehmenschefs Fang Hongbo das Übernahmeangebot für Kuka ein.

München, Peking Eigentlich wollten Mideas Topmanager, die 1999 an der renommierten National University of Singapore anklopften, aussichtsreiche Studenten für ihren Konzern rekrutieren. „Stattdessen haben sie den Lehrer neugierig gemacht“, erzählt Gu Yanmin in einem Management-Lehrbuch.

Überzeugt vom ungeheuren Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes gab der studierte Demograf, der besser unter seinem internationalen Namen Andy Gu bekannt ist, seine Professur auf – und heuerte beim Haushaltsgerätehersteller im südostchinesischen Guangdong an.

Innerhalb weniger Jahre stieg der 54-Jährige dort zum Leiter für das internationale Geschäft auf. Heute gilt er als Mideas Außenminister. Als rechte Hand des Unternehmenschefs Fang Hongbo fädelte er das Übernahmeangebot für Kuka ein und reiste nach Deutschland, um die Anteilseigner des Roboterbauers von dem Deal zu überzeugen. Nun ist der Vizepräsident bei Midea auch gleichzeitig Vorsitzender des Kuka-Aufsichtsrats.

Seit der Übernahme hat sich Gu einen guten Ruf in seinem Umfeld aufgebaut. Er sei „ein offener, weltgewandter Mensch“, meint einer, der mit ihm zusammengearbeitet hat. Er spreche exzellentes Englisch und könne sich schnell in komplexe Sachverhalte einarbeiten.

Das gelte zum Beispiel auch für die deutsche Unternehmensführung. Ausländische Investoren sowohl aus China als auch aus den USA hatten sich in der Vergangenheit teils schwergetan, das deutsche Mitbestimmungsrecht zu verstehen.

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Trotz allem habe Kukas Vorstandschef Till Reuter Gus Wünsche nicht verstanden, erzählt ein Insider dem Handelsblatt. Denn der wichtige Abnehmer von Robotern für Kuka sei immer noch die Automobilindustrie, wo viele Zulieferer dieses Jahr ihre Prognosen nach unten korrigieren mussten. Dabei hatte Gu schon vor zwei Jahren in einem Interview mit dem Handelsblatt gesagt: „Für einen langfristigen Erfolg in China wäre es für Kuka sicher strategisch sinnvoll, noch stärker das mittlere und untere Segment zu bedienen.“

Nach fast zehn Jahren an der Spitze des Roboterherstellers muss Reuter daher schon zum 6. Dezember gehen. „Ich gehe nicht gern, ich bin traurig, es geht aber weiter“, sagte Reuter der „Augsburger Allgemeinen“. Was ihm richtig gutgetan habe, „ist der Rückhalt der Mitarbeiter bis zur letzten Sekunde“. Die Aufsichtsräte aus dem Arbeitnehmerkreis hätten bis zuletzt zu ihm gestanden.

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