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28.02.2014

11:38 Uhr

Antibabypillen

Yasmin und Yaz kosten Bayer viel Geld

Der Gewinn von Bayer steigt im Jahr 2013 um fast ein Drittel. Konzernchef Dekkers freut sich über die neue Bestmarke im Jubiläumsjahr. Doch ausgerechnet zwei Umsatzbringer bereiten weiterhin Sorgen.

Bilanz von Bayer

Bayer: Pharmasparte boomt

Bilanz von Bayer: Bayer: Pharmasparte boomt

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Leverkusen„Rechtskomplex Yaz-Yasmin“ sagt Werner Baumann mehrmals bei der Präsentation der Bayer-Jahreszahlen 2013. Der Finanzvorstand rattert das geradezu runter – so klingt es wie ein alter Hut. Dabei ist der Rechtskomplex, also die Rechtsstreitigkeiten um die Antibabypillen Yaz und Yasmin, aktueller denn je.

In den USA haben die Auseinandersetzungen um gesundheitliche Folgen der Pillen Bayer inzwischen 1,69 Milliarden Dollar an Vergleichszahlungen gekostet. Bayer habe sich in den USA bis zum 10. Februar 2014 mit insgesamt 8250 Klägerinnen verglichen, teilte der Konzern am Freitagmorgen in Leverkusen mit.

Die Antibaby-Pillen gehören zu den umsatzstärksten Präparaten von Bayer: Mit Yaz, Yasmin und Yasminelle setzte Bayer 2013 zusammen weltweit 853 Millionen Euro um.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Der Pharma- und Chemiekonzern vergleicht sich nur mit solchen Klägerinnen, bei denen gefährliche Blutgerinnsel, etwa Venenthrombosen oder Lungenembolien, aufgetreten sind. Der Gerichtsstreit in den USA um Thrombose-Gefahren der Bayer-Pillen hält zwar schon Jahre an. Doch die Zahlungen waren mit dafür verantwortlich, dass das Ebit (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) vor Sondereinflüssen im vierten Quartal 2013 um gut fünf Prozent zurückging.

Insgesamt läuft es aber prächtig bei Bayer: Im Geschäftsjahr 2013 schoben die starken Geschäfte mit neuen Medikamenten und eine kräftige Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln den Gewinn des Konzerns an. Der Überschuss stieg im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf 3,19 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um ein Prozent auf 40,16 Milliarden Euro zu.

„Damit haben wir eine neue Bestmarke in unserer nun 150-jährigen Unternehmensgeschichte erzielt“, erklärte Marijn Dekkers. Bei der Präsentation der Jahreszahlen zeigte sich der Bayer-Chef mehr als zufrieden. Zunächst lobte Dekkers seine Mitarbeiter – um dann gleich auch für 2014 Optimismus zu versprühen. Er erhöhte für die fünf wichtigsten neuen Medikamente die Umsatzziele: Dekkers traut den Arzneien, zu denen der Kassenschlager Xarelto gegen Schlaganfälle zählt, nun zusammen einen jährlichen Spitzenumsatz von mindestens 7,5 Milliarden Euro zu. Bislang wurden mehr als 5,5 Milliarden Euro erwartet.

Bayer will im laufenden Jahr - Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet - den Umsatz um rund fünf Prozent erhöhen. Negative Währungseffekte eingerechnet wird ein Umsatz von 41 bis 42 Milliarden Euro erwartet. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) soll um eine untere bis mittlere einstellige Prozentzahl zulegen. In der Ergebnisprognose sind voraussichtliche negative Währungseffekte von 450 Millionen Euro bereits berücksichtigt.

Die Bayer-Aktien fuhren am Freitagmorgen Achterbahn: Die Papiere starteten zunächst 1,2 Prozent schwächer, drehten dann aber 1,5 Prozent ins Plus.

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