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13.05.2022

10:05

Arzneimittel

KD Pharma verabschiedet sich vom Börsengang und sucht weitere Investoren

Von: Arno Schütze

Der Nahrungsergänzungsmittelhersteller muss den volatilen Märkten Tribut zollen. Angesichts des hohen Marktpotenzials ist das Unternehmen bei Investoren dennoch sehr gefragt.

KD Pharma produziert mit 500 Mitarbeitern an fünf Standorten auf Basis von Fisch hochgereinigte Omega-3-Fettsäuren, dpa

Pharma-Labor (Symolbild)

KD Pharma produziert mit 500 Mitarbeitern an fünf Standorten auf Basis von Fisch hochgereinigte Omega-3-Fettsäuren,

Frankfurt Das saarländische Unternehmen KD Pharma stellt seine Pläne für einen Börsengang zurück. Der Hersteller von Produkten mit Omega-3-Fettsäuren verzichtet angesichts des volatilen Umfelds an den Kapitalmärkten auf einen IPO. Finanzkreisen zufolge favorisiert das Unternehmen den Verkauf an einen weiteren Investor.

Der Berliner Private-Equity-Eigentümer Capiton hat Interessenten ausgesucht, die in wenigen Wochen bindende Angebote abgeben dürfen. Darunter befinden sich die britische Beteiligungsgesellschaft Apax Partners sowie die Private-Equity-Gruppe Carlyle aus den USA. KD Pharma könnte bei einem Deal mit mehr als 800 Millionen Euro bewertet werden. Das entspricht etwa dem 16- bis 17-Fachen seines für 2022 erwarteten Betriebsgewinns (Ebitda) von rund 50 Millionen Euro.

Capiton hatte KD Pharma eigentlich in der Schweiz an die Börse bringen wollen und mithilfe der Investmentbank Jefferies, der Schweizer Großbank UBS und der Investmentgesellschaft Evercore die Vorbereitungen für ein Listing vorangetrieben. Der Ukrainekrieg sorgte bei Anlegern allerdings für so viel Nervosität, dass IPOs derzeit als kaum machbar gelten. Bei einem parallel angestoßenen Verkaufsprozess stieß die Firma bei Finanzinvestoren hingegen auf reges Interesse.

KD Pharma produziert mit 500 Mitarbeitern an fünf Standorten auf Basis von Fisch hochgereinigte Omega-3-Fettsäuren, die als sogenannte aktive Wirkstoffe (APIs) in Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden. Der Chemiker Rudolf Krumbholz hatte in den 1980er-Jahren eine Technologie entwickelt, mit der Omega-3-Fettsäuren mit einer Reinheit von bis zu 99,5 Prozent hergestellt werden können, und mit seinem Partner Michael Dorscheid KD Pharma gegründet.

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    Capiton kaufte das Unternehmen 2013 und stärkte es durch die Akquisitionen, etwa den Zukauf der norwegischen Marine Ingredients der Nutriceutical Holdings aus den USA oder Trigal Pharma, eines Herstellers von medizinischem Cannabidiol (CBD).

    Die Nachfrage nach Fischölkapseln ist in den vergangenen Jahren gestiegen, unter anderem, da ungesättigte Omega-3-Fettsäuren als Herz und Gehirn stärkende Nahrungsergänzungsmittel gelten. Der Weltmarkt wird nach Angaben von Marktforschern bis 2028 mit einer jährlichen Rate von 12,8 Prozent auf dann insgesamt 4,3 Milliarden Dollar wachsen.

    KD Pharma, Capiton und die Bieter lehnten Stellungnahmen ab oder waren zunächst nicht erreichbar.

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