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01.08.2019

11:40

Arzneimittelhersteller

Starkes Pharmageschäft gibt Boehringer Ingelheim Schwung

Von: Siegfried Hofmann

Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern hat seinen Umsatz um gut acht Prozent gesteigert. Boehringer profitierte besonders vom Diabetes-Geschäft.

Kräftig zulegen konnte das Unternehmen in seinem größten Geschäftsfeld mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH

Zentrale von Boehringer Ingelheim

Kräftig zulegen konnte das Unternehmen in seinem größten Geschäftsfeld mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Frankfurt Ein starkes Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten und positive Währungseffekte geben dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim kräftigen Schwung. Für das erste Halbjahr meldete das Familienunternehmen einen Umsatzanstieg um gut acht Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Bereinigt um positive Währungseffekte verbesserten sich die Erlöse danach um 4,6 Prozent.

Boehringer-Chef Hubertus von Baumbach wertet das als eine zufriedenstellende Entwicklung. „Boehringer Ingelheim wächst organisch auf einem nachhaltigen und stabilen Weg“, wird von Baumbach in einer Mitteilung zitiert. Das Ingelheimer Unternehmen ist weltweit das mit Abstand größte Pharmaunternehmen, das sich noch vollständig in Besitz der Gründerfamilie befindet, und in Deutschland die Nummer zwei hinter dem Bayer-Konzern.

Vor allem das Humanpharma-Geschäft, der größte Teilbereich des Konzerns, sorgt dabei zurzeit für kräftigen Schub. Es legte im Halbjahr überproportional um gut elf Prozent auf 6,8 (6,1) Milliarden Euro zu. Währungsbereinigt dürfte das einem Plus von sieben bis acht Prozent entsprechen.

Der zweitgrößte deutsche Pharmahersteller dürfte sich damit leicht über dem Branchenschnitt der globalen Pharmaindustrie bewegen und wächst erstmals seit einigen Jahren auch wieder schneller als Konkurrent Bayer, der im Pharmageschäft nur um knapp sechs Prozent zulegte. Boehringer profitiert dabei vor allem vom Erfolg seines Diabetesmedikaments Jardiance, dessen Umsatz im Halbjahr um 45 Prozent auf eine Milliarde Euro stieg.

In der Pharmaforschung verstärkte sich das Unternehmen zuletzt durch eine Reihe kleinerer, technologieorientierter Zukäufe, darunter die Schweizer Biotechfirma Amal Therapeutics, die an neuen Wirkstoffen im Bereich der Krebsimmuntherapie arbeitet. Auch in der eigenen Medikamentenentwicklung hat Boehringer nach eigener Einschätzung weitere Fortschritte gemacht. Insgesamt arbeite man inzwischen an rund 90 Entwicklungsprojekten, von denen 71 Prozent das Potenzial für einen therapeutischen Durchbruch hätten.

Weniger dynamisch als das Humanpharmageschäft entwickelten sich unterdessen die beiden kleineren Geschäftsfelder des Konzerns. Das Tierarznei-Geschäft von Boehringer stagnierte im ersten Halbjahr bei 2,1 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür war vor allem eine rückläufige Impfstoff-Nachfrage aufgrund der Schweinepest in China und Südostasien. In der biotechnischen Auftragsfertigung für andere Pharmahersteller verbuchte Boehringer einen Umsatzrückgang von rund zehn Prozent.

Im Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt das Familienunternehmen ungeachtet der starken Pharma-Performance bei der eher vorsichtigen Prognose: Insgesamt gehe man für das laufende Jahr weiterhin von einem leichten Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis aus.

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