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21.03.2019

03:37

Autobauer

Toyota und Suzuki legen Schwerpunkte ihrer Technikallianz fest

Von: Martin Kölling

Die Konsolidierung von Japans Autoindustrie nimmt weiter Gestalt an. Nun rückt mit Suzuki noch ein weiterer Autobauer näher an Toyota heran.

Mit den Projekten wollen die beiden Unternehmen kostengünstig gegenseitig Schwächen in ihren Produktportfolios schließen. Reuters

Toyota

Mit den Projekten wollen die beiden Unternehmen kostengünstig gegenseitig Schwächen in ihren Produktportfolios schließen.

TokioToyota zieht Japans kleinere, unabhängige Automarken in seinen Orbit. Mit Subaru hat das Unternehmen schon vor Jahren gemeinsam den Sportwagen GT86 (oder Subaru BRZ) entwickelt. Mit Mazda baut Toyota in den USA gemeinsam ein Werk und entwickelt Technik für Elektroautos. Am Mittwoch haben Toyota und der ehemalige VW-Partner Suzuki nun die konkreten Projekte ihrer 2017 angekündigten Technikallianz vorgestellt.

Japans größter Autobauer Toyota wird dabei dem Kleinwagenspezialisten Suzuki Hybridtechnik zur Verfügung stellen und zwei Modelle mit elektrifizierten Antrieben für Suzukis Europa-Geschäft produzieren. Im Gegenzug wird Suzuki Motorentechnik für Kompaktwagen sowie in Indien produzierte Kompaktwagen für Toyotas Geschäfte in Indien und Afrika liefern. Außerdem wollen beide Hersteller bei der Entwicklung von Mittelklassewagen kooperieren.

Mit diesen Projekten wollen die beiden Unternehmen kostengünstig gegenseitig Schwächen in ihren Produktportfolios schließen. Toyota beispielsweise hat zwar den Kleinwagenhersteller Daihatsu übernommen, ist aber schwach in Indien und bei preiswerten Automobilen in Afrika aufgestellt.

Doch Suzuki ist Marktführer in Indien und verfügt daher über eine hohe Kompetenz, preiswerte Modelle für Schwellenländer zu entwickeln. Suzuki wiederum spart durch den Zugriff auf Toyotas Hybridtechnik Geld für die Entwicklung eigener elektrifizierter Antriebe, die gerade in Europa immer wichtiger werden. Toyota profitiert im Gegenzug durch den Verkauf seiner Technik.

Gleichzeitig ist die Allianz ein Zeichen für die Konsolidierung der japanischen Autoindustrie. Dies machte Toyota-Chef Akio Toyoda in einer Erklärung klar. Die Allianz werde den Partnern helfen, „die Wettbewerbsvorteile zu sichern, die wir brauchen, um die grundlegende Jahrhundertumwälzung zu überleben.“

Kommentar: Ohne Investitionen wird Toyota von der automobilen Revolution überrollt

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Die Beteiligung an Uber hat einen einfachen Grund: Toyota muss aufpassen, den Anschluss bei Elektroautos und beim autonomen Fahren nicht zu verpassen.

Und was für Toyota zutrifft, gilt erst recht für den Rest der japanischen Autoindustrie. Bislang gibt es acht Marken, die Pkws herstellen. Zählt man noch die Nutzfahrzeughersteller dazu, wächst die Zahl der Kraftfahrzeughersteller sogar auf zwölf. Und schon länger ist klar, dass die kleineren Marken in der heutigen Autorevolution ohne Anschluss an größere Gruppen unter die Räder zu geraten drohen.

Die Marken suchen daher schon länger nach Alliierten. Der ehemalige Daimler-Partner Mitsubishi Motors beispielsweise ist inzwischen Teil der Renault-Nissan-Allianz. Die anderen Hersteller werden von Toyota angezogen, da die andere Weltmarke Honda lieber allein marschiert.

Selbst Suzuki, bekannt für seinen unbändigen Willen zur Unabhängigkeit, erwärmte sich für einen innerjapanischen Bund. Bisher hatte der Kleinwagenhersteller lieber mit ausländischen Riesen paktiert. Doch zuerst zog sich in der Weltfinanzkrise GM zurück. Dann endete die Partnerschaft mit VW nach einem zähen Scheidungsprozess.

Nur stellt diese Form der Neuordnung die kleineren Marken vor ein großes Problem: Weil Toyota in Japan mit einem Marktanteil von über 40 Prozent schon so beherrschend ist, sind größere Kapitalverflechtungen zwischen dem Riesen und den kleinen Herstellern aus kartellrechtlichen Gründen schwierig.

Toyota besitzt daher nur 5,1 Prozent der Anteile an Mazda und 16,8 Prozent an Subaru. Suzuki muss hingegen ohne Toyota-Gelder auskommen. Denn mit einem Absatz von mehr als drei Millionen Autos und 1,5 Millionen Motorrädern ist das Unternehmen deutlich größer als die Rivalen. Mit Abkommen der Zusammenarbeit müssen die Unternehmen daher versuchen, pragmatisch um die kartellrechtlichen Bedenken herum Synergien zu erzeugen.

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