Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

16.11.2018

15:03

Mit den Investitionen will der Vorstand um Herbert Diess auch den Grundstein für einen Umsatzsprung legen. dpa

Produktion des E-Golf in Dresden

Mit den Investitionen will der Vorstand um Herbert Diess auch den Grundstein für einen Umsatzsprung legen.

Autobauer

VW investiert 44 Milliarden Euro in neue Technologien

Von: Martin Murphy

Der Autobauer will rund 130 Milliarden Euro bis zum Jahr 2023 ausgeben. Vorstandschef Herbert Diess bekommt für seinen Kurs mehr Macht vom Aufsichtsrat.

Wolfsburg Herbert Diess ist vor einem halben Jahr angetreten, um Volkswagen gründlich umzubauen. Am Freitag nun machte der Aufsichtsrat den Weg für die Neuausrichtung frei, mit der der weltgrößte Autohersteller auch den Abgasskandal überwinden will.

In den kommenden fünf Jahren seien Ausgaben von 44 Milliarden Euro in die Entwicklung und die Einführung neuer Technologien wie selbstfahrende Autos und Elektromobilität geplant, sagte Vorstandschef Herbert Diess am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg. „Das entspricht einem Drittel der Gesamtausgaben im Planungszeitraum.“

Gegenüber dem letzten Investitionsplan steigt der Betrag um rund zehn Milliarden Euro. Diese zusätzlichen Mittel dürften vor allem für die Umrüstung der deutschen Werke anfallen, in denen ab dem Jahr 2022 Elektroautos vom Band rollen sollen.

Die Automobilindustrie steht vor einem grundlegenden Wandel. Künftig werden Autos und Lastwagen elektrifiziert autonom durch den Verkehr steuern können. Mit dem Wechsel von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe müssen die Werke der Hersteller umgebaut werden. Volkswagen wird in seinen Fabriken in Zwickau, Emden und Hannover zukünftig nur noch E-Autos produzieren.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Mit den Investitionen will der Vorstand um Diess auch den Grundstein für einen Umsatzsprung legen. Mit den höheren Ausgaben sollen auch die Erlöse steigen, wie die Worte des VW-Chefs nahelegen. So soll die Investitionsquote um knapp einen Prozentpunkt auf sechs Prozent sinken.

    Aufstieg eines Autokraten: Wie VW-Chef Diess den Autokonzern mit aller Macht umbaut

    Aufstieg eines Autokraten

    Wie VW-Chef Diess den Autokonzern mit aller Macht umbaut

    Innerhalb von fünf Jahren will Herbert Diess VW zum Digital- und Elektrokonzern umbauen. Dafür hat er sich eine enorme Machtfülle gesichert. Kann das gelingen?

    Die Konzernführung will damit wohl vor allem die Investoren beruhigen. Noch im vergangenen Jahren hatte Analysten eine zu hohe Investitionsquote kritisiert.

    Neben den Milliarden für eine neue Volkswagen AG legt Diess den Fokus auf Einsparungen. Dazu will das Unternehmen mit dem US-Wettbewerber Ford kooperieren. In einem ersten Schritt wollen die Konzerne bei der Entwicklung und der Produktion leichter Nutzfahrzeuge zusammenarbeiten. „Das bietet uns die Möglichkeit, Kosten zu senken“, sagte Diess.

    Darüber hinaus würden Möglichkeiten für weitere Kooperationen ausgelotet. Nach Informationen des Handelsblatts sollen sich diese auf Elektromobilität und autonomes Fahren erstrecken. Die Gespräche dazu seien aber nicht abgeschlossen, hieß es in Konzernkreisen. Dem Aufsichtsrat seien daher keine Pläne zur Zustimmung vorgelegt worden.

    Umbau wird Arbeitsplätze kosten

    Mit Diess an der Spitze soll VW schneller werden und offen für Kooperationen. Ziel ist es, den Umbau vom weltgrößten Herstellern von Verbrennern auf den weltgrößten Hersteller von Elektroautos zu forcieren.

    Der Aufsichtsrat hat den vor einem halben Jahr berufenen Vorstandsvorsitzenden mit einer breiten Machtfülle ausgestattet. Diese soll nun noch steigen. Die Kontrolleure wollen Herbert Diess auch den Vorsitz des Chinaressorts übertragen. Dieses wird frei, wenn Jochem Heizmann im Januar seinen Vorstandsposten räumt.

    Der Umbau wird laut VW-Chef Diess in den kommenden Jahren Arbeitsplätze kosten. Betriebsratschef Bernd Osterloh stimmte den Investitionsplanungen aber zu, weil VW angesichts des Branchenumbruchs nicht untätig bleiben darf. Ihm sei wichtig, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen seien, sagte er. „Ich bin besonders stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die Elektromobilität in unseren Werken anzusiedeln.“

    Das Stammwerk in Wolfsburg ist bislang bei dem Umbau ausgeklammert. Für Osterloh aus gutem Grund: Hier würden die Benzin- und Dieselautos gebaut, mit denen das Geld für die Elektromobilität verdient werde.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×