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13.09.2018

18:23 Uhr

Autohersteller

VW stoppt Golf-Produktion wegen mangelnder Nachfrage

VonStefan Menzel

Die WLTP-Zulassungstests haben die Produktion bei VW durcheinandergebracht. Jetzt stockt auch noch der Verkauf des Topmodells.

VW stoppt Golf-Produktion wegen mangelnder Nachfrag dpa

Produktion bei Volkswagen

Im Oktober stehen im Stammwerk in Wolfsburg eine Woche lang die Bänder still.

DüsseldorfBei Volkswagen steht die nächste Zwangspause in der Produktion an. In der ersten Oktoberwoche wird die Fertigung im Stammwerk Wolfsburg voraussichtlich vollständig ruhen. Wie es dazu aus Unternehmenskreisen heißt, ist eine vergleichsweise schwache Nachfrage beim Golf für den Produktionsstopp verantwortlich.

Die Zwangspause wird wahrscheinlich in der kommenden Woche offiziell beschlossen. Das Unternehmen war mit seinem Vorschlag bereits an den Betriebsrat herangetreten.

Volkswagen – und vor allem das Stammwerk in Wolfsburg – erlebt in der zweiten Jahreshälfte einen sehr unruhigen Produktionsfahrplan. Der größte Unruhefaktor sind die neuen Abgas- und Verbrauchstests nach WLTP-Standard. Der VW-Konzern hat nicht alle Modelle rechtzeitig zum Stichtag 1. September zertifiziert. Autos ohne WLTP-Zulassung dürfen nicht mehr verkauft werden, also lohnt auch die Produktion dieser Fahrzeuge nicht.

Entsprechend hat VW die Produktionspläne für August und September zusammengestrichen. In Wolfsburg gilt deshalb in diesen beiden Sommermonaten durchgehend eine Viertagewoche, in aller Regel sind die Freitage arbeitsfrei – bei unveränderter Entlohnung der Mitarbeiter. Volkswagen hofft, dass in der Zwischenzeit mehr Modelle die WLTP-Zulassung bekommen und so nach und nach die Produktion hochgefahren werden kann.

Die neue Zwangspause im Oktober kommt nun noch dazu. Dafür sind allerdings nicht die WLTP-Probleme verantwortlich. Absatzschwierigkeiten gibt es aktuell beim Golf, verlautet aus dem Unternehmen. Entsprechend will Volkswagen eine ganze Woche die Produktion ruhen lassen und an die schwächere Nachfrage angleichen. Der Konzern wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Das aktuelle Golf-Modell ist in die Jahre gekommen. Voraussichtlich Ende 2019 soll ein Nachfolger bei den Händlern stehen. In der Autobranche sind Nachfragezyklen etwas völlig Normales. Die Nachfrage ist am größten, wenn das Auto gerade auf den Markt kommt. Sechs bis sieben Jahre dauert ein Modellzyklus in der Autobranche; das aktuelle Golf-Modell erreicht langsam das Ende seines Lebenszyklus.

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Nach der Zwangspause Anfang Oktober soll sich die Fertigung im Wolfsburger Stammwerk langsam wieder normalisieren. Danach wird es nur noch einige wenige Schließtage wegen der WLTP-Probleme geben. Der Konzern hofft zudem darauf, dass im vierten Quartal ein Teil der ausgefallenen Produktion nachgeholt werden kann.

Im Gespräch sind im Moment drei zusätzliche Schichten für das Kompakt-SUV Tiguan. Neben dem Golf ist der Tiguan das zweite Standbein für das Wolfsburger Werk. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte mehrfach an den Vorstand appelliert, die Probleme mit den WLTP-Standards schneller in Angriff zu nehmen.

„Die Schließtage haben bei den Kolleginnen und Kollegen keine Freude ausgelöst. Viele fragen sich, warum wir bei WLTP so spät dran sind“, hatte Osterloh erst am Mittwoch in einem gemeinsamen Interview mit Konzernchef Herbert Diess gesagt.

Nicht nur in Wolfsburg hat VW Probleme mit der Auslastung der Produktion. Auch die Fabrik in Emden fertigt deutlich weniger Fahrzeuge als geplant. Das Werk in Ostfriesland produziert an erster Stelle das Mittelklassemodell Passat. Diese Limousinen – und das gilt für die gesamte Autobranche – werden immer seltener gekauft. Die Belegschaft in Emden hofft darauf, dass dem Werk die Fertigung eines weiteren Modells zugeteilt wird, am besten ein SUV.

Kommentare (1)

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Herr Kurt Kottan

14.09.2018, 12:45 Uhr

Alternativ zu einem nicht lieferbaren 'Golf' sind auf dem Markt für 'fast neuwertige' Fahrzeuge zahlreiche PKW sofort lieferbar, z.B. Audi, etc. Es muss nicht immer neu sein. Ein A6 Quattro macht viel Spass und ist häufig für die Hälfte eines 'Neuen' zu haben.

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