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28.06.2021

12:20

Automatisierung

Boom in China: Robotikbranche kommt glimpflich durch die Coronakrise

Von: Axel Höpner

Die Zahl der Auslieferungen von Industrierobotern sinkt 2020 nur leicht. Das liegt vor allem an der schon wieder angezogenen Nachfrage in Fernost.

Für das laufende Jahr ist der Optimismus in der Robotikindustrie groß. Diko Group

Roboterarm

Für das laufende Jahr ist der Optimismus in der Robotikindustrie groß.

München Die Hersteller von Industrierobotern sind glimpflicher durch die Coronakrise gekommen, als viele in der Branche befürchtet hatten. Die Zahl der Auslieferungen sank nur um zwei Prozent auf 376.222. Das geht aus der neuen Statistik des Weltbranchenverbands IFR hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Nachfrage nach schweren Robotern zum Beispiel für das Schweißen war nach jahrelanger Rekordjagd bereits vor Corona deutlich gedämpft gewesen. Als dann die Pandemie ausbrach, kappten viele Autohersteller ihre Investitionen. Sie sind noch immer die mit Abstand wichtigsten Abnehmer von Industrierobotern.

Aus diesem Grund hatte sich die Branche auf prozentual zweistellige Rückgänge eingestellt. Dass es nun nur leicht nach unten ging, hat vor allem einen Grund: „In China, wo es zuerst zu Corona-Lockdowns kam, begann sich die Robotikindustrie noch im Jahr 2020 zu erholen“, sagte IFR-Präsident Milton Guerry.

In China wuchs der Absatz im Gesamtjahr sogar um 19 Prozent. Davon profitierten auch ausländische Hersteller. Der Export von Industrierobotern nach China legte um 24 Prozent auf 123.000 Verkäufe zu. Chinesische Ausrüster steigerten ihren Absatz um acht Prozent auf 44.000 verkaufte Roboter.

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    Die großen Hersteller waren unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen. So schrumpften die Erlöse mit Robotik und Fertigungsautomation bei ABB im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Kuka verzeichnete in der Robotics-Sparte einen Umsatzrückgang um 22 Prozent auf 899 Millionen Euro. Die deutsche Robotikbranche insgesamt verbuchte laut Branchenverband VDMA einen Umsatzrückgang um 23 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

    Branche rechnet mit Wachstum und sieht „klare Trendwende“

    Für das laufende Jahr ist der Optimismus in der Robotikindustrie groß. „Die Auftragseingänge lassen ein starkes Wachstum in Nordamerika und Europa erwarten“, heißt es bei der IFR. Ein noch stärkerer Anstieg sei möglich, wenn die Knappheit bei Schlüsselkomponenten überwunden werde.

    Auch der VDMA ist zuversichtlich. „Wir haben eine klare Trendwende“, sagte Wilfried Eberhardt, Vorsitzender des Fachverbands Robotik + Automation. Die ersten vier Monate seien sehr gut gelaufen. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.“ Der Verband erwartet für 2021 einen Umsatzanstieg von 15 Prozent. Spätestens 2022 soll dann das Vorkrisen-Rekordniveau wieder erreicht werden.

    Impulse erhoffen sich die Hersteller von vielen Seiten. So dürfte der Markt für kollaborierende Roboter weiter überproportional wachsen. Sie können insbesondere auch mittelständischen Unternehmen bei der Automatisierung helfen.

    In dem neuen Markt spielen auch deutsche Hersteller wie Franka Emika eine wichtige Rolle. Doch Weltmarktführer Universal Robots hat angekündigt, seine starke Position verteidigen zu wollen.

    Aber auch das Segment der schweren Industrieroboter soll weiterwachsen. Hier wollen die Hersteller neue Branchen wie die Elektronikindustrie erobern und so die Abhängigkeit von der Autoindustrie verringern. Dies soll gelingen, indem die Programmierung der Maschinen deutlich erleichtert wird. So hat Kuka ein neues Betriebssystem angekündigt, das die Basis für alle neuen Modellfamilien bilden soll.

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