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27.06.2022

16:30

Automobilindustrie

Nach dem Aus für das deutsche Autowerk von Ford: ZF sichert sein großes Werk in Saarbrücken

Von: Martin-W. Buchenau

ZF gibt seinem größten Werk in Saarbrücken eine Bestandsgarantie bis Ende 2025 – und die Chance, sich langfristig Elektroaufträge zu sichern.

„Die hohe Nachfrage unserer Kunden bestätigt unsere Produktstrategie eindrucksvoll“, sagt der Chef der ZF-Antriebssparte Stephan von Schuckmann. dpa

In der Produktion von ZF

„Die hohe Nachfrage unserer Kunden bestätigt unsere Produktstrategie eindrucksvoll“, sagt der Chef der ZF-Antriebssparte Stephan von Schuckmann.

Deutschlands zweitgrößter Automobilzulieferer ZF hat sich am Standort Saarbrücken mit der Arbeitnehmervertretung auf eine Beschäftigungssicherung für die rund 9000 Beschäftigten des größten Getriebewerks geeinigt. ZF verlängert damit den zum Jahresende laufenden Tarifvertrag Transformation bis zum 31. Dezember 2025, teilte das Unternehmen mit.

In Saarbrücken baut ZF das 8-Gang-Automatgetriebe, das vornehmlich in großen Hybridfahrzeugen verbaut wird. Auch die Wertschöpfungstiefe soll in Saarbrücken bestehen bleiben. Als Gegenleistung stimmte die Arbeitnehmerseite mehr Flexibilität und neuen Schichtmodellen zu.

„Die hohe Nachfrage unserer Kunden bestätigt unsere Produktstrategie eindrucksvoll“, sagt der Chef der ZF-Antriebssparte Stephan von Schuckmann. Die kommenden Jahre würden weiterhin vom Hochlauf der E-Mobilität geprägt sein. „Wenn weiterhin alle Parteien so gut zusammenarbeiten, werden wir die damit einhergehenden Veränderungen bei Wertschöpfung und Beschäftigung aktiv gestalten können.“

Die Vereinbarung sieht zwei Phasen vor: Die jetzt beschlossenen Maßnahmen gelten laut Unternehmensmitteilung für die erste Phase bis Ende 2025. Während dieser Zeit sollen die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des Standorts in der darauffolgenden zweiten Phase erarbeitet werden, in der sich der Wandel hin zu rein elektrischen Pkw-Antrieben weiter beschleunigen wird.

Ziel ist es, rein elektrische Antriebe zu identifizieren, die perspektivisch am Standort Saarbrücken angesiedelt werden können. Nur wenn das gelingt, ist der Standort tatsächlich auf Dauer gesichert.

Langfristig starke Säule in der ZF-Produktion

Vorstandschef Wolf-Henning Scheider geht davon aus, dass ZF schon 2030 mehr Umsatz mit Modulen für E-Mobilität machen wird als mit der bisherigen Antriebstechnik für Verbrenner-Motoren.

„Gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass Saarbrücken langfristig eine starke Säule im globalen ZF-Produktionsnetzwerk bleibt“, sagt Standortleiter Alexander Wortberg.

Auch die Arbeitnehmerseite zeigte sich zufrieden. „Mit dieser Vereinbarung zur Zukunftssicherung konnten wir unseren Kolleginnen und Kollegen neben der Beschäftigungssicherung nun auch eine positive Perspektive für die Zukunft aufzeigen“, sagte der Saarbrücker Betriebsratschef Mario Kläs.

Für das Saarland ist die Einigung bei ZF ein wichtiger Schritt. Denn vor wenigen Tagen hatte Ford angekündigt, die Autoproduktion in seinem Werk in Saarlouis in drei Jahren einzustellen. Im Ford-internen Wettbewerb um die künftige Fertigung von Elektroautos hat die Fabrik im Saarland gegen das spanische Valencia verloren. Saarlouis wird das aktuelle Modell Focus noch etwa bis Mitte 2025 produzieren.

Auf ZF hatte das keine direkte Auswirkung, da die Hybridgetriebe von ZF nicht in kleineren Massenfahrzeugen verbaut werden. In Europa ist der Hybrid zwar auf dem Rückzug. Anders in den USA und China. Zusätzliche Volumina etwa in den USA könnten in Saarbrücken gebaut werden.

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