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09.08.2022

10:11

Autozulieferer

Continental mit hohen Verlusten – „Der aktuelle Gegenwind ist orkanartig“

Beim Zulieferer Continental steigen die Kosten deutlich – vor allem wegen teurer Rohstoffe und hohen Energiepreisen. Jetzt wird Gas eingespart.

Der Zulieferer steckt tief in den roten Zahlen. dpa

Continental-Zentrale in Hannover

Der Zulieferer steckt tief in den roten Zahlen.

Hamburg Gestiegene Kosten und zahlreiche Sondereffekte haben den Autozulieferer Continental überraschend tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich wies der Dax-Konzern am Dienstag für das zweite Quartal einen Verlust von 251 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 545 Millionen vor Jahresfrist. Analysten hatten für das Quartal mit einem Gewinn gerechnet.

„Der aktuelle Gegenwind ist orkanartig und wird kurzfristig nicht abflauen“, sagte Finanzchefin Katja Dürrfeld. Für das zweite Halbjahr rechnet Continental mit einer Stabilisierung der Lieferketten und einer besseren Verfügbarkeit von Halbleitern. Die Autoproduktion werde steigen. Trotz des drohenden Gasmangels geht das Management davon aus, dass die Energieversorgung in Europa und Deutschland stabil bleibt.

„Mit dem aktuellen Ergebnis sind wir nicht zufrieden – auch wenn wir es so erwartet hatten“, sagte Dürrfeld mit Blick auf den Verlust. Der Konzern habe zahleiche Maßnahmen ergriffen, um die Kosten zu senken und die Lieferketten zu stabilisieren. Dazu gehöre die Verteilung des Einkaufs auf mehrere Quellen, der Aufbau und die Haltung von Sicherheitsbeständen und eine ganzheitliche Kontrolle der Beschaffungs- und Logistikkette im Elektronikbereich.

Preisverhandlungen mit Kunden würden mit dem Ziel geführt, die Kosten gemeinsam zu tragen. Ferner konzentriere sich Conti auf das Geschäft mit technologisch anspruchsvollen Produkten, an denen der Konzern mehr verdient. So nehme etwa der Anteil von Premiumreifen am Absatz zu.

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    Erdgas bedeutender Anteil am Energiemix

    Der Autozulieferer Continental bereitet sich auf eine Verknappung der Gasversorgung vor. In allen betroffenen Werken würden bereits Lösungen eingeführt, um alternative Energiequellen wie Flüssiggas, Treibstoff und Strom zur Überbrückung kurzfristiger Unterbrechungen der Gasversorgung zu nutzen, sagte Finanzchefin Katja Dürrfeld am Dienstag während einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Zusätzlich versuchen wir, den Gasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 20 Prozent auf Konzernebene zu reduzieren“, fügte sie hinzu.

    Erdgas stelle im Energiemix von Continental einen bedeutenden Anteil dar, erklärte der Konzern auf Anfrage. Für stabile wirtschaftliche Rahmenbedingen sei eine verlässliche Energieversorgung eine unverzichtbare Grundlage. Man beobachte die aktuelle Lage daher genau. Die indirekten Effekte eines massiven Gasmangels wären wesentlich höher als die direkten Effekte an Continental-Produktionsstandorten.

    Conti verwies darauf, dass Zulieferbranchen wie die Chemie-Industrie stärker betroffen wären. Produktionsausfälle dort könnten zu Lieferengpässen auch in der Automobilindustrie führen.

    Als Grund für den Nettoverlust nannte Continental die durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Logistik sowie den Mangel an Elektronikbauteilen und die Corona-Lockdowns in China. Außerdem wurde der Autozulieferer durch zahlreiche Sondereffekte belastet, die sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro summieren.

    Vorläufige operative Zahlen für das zweite Quartal hatten die Niedersachsen bereits am 20. Juli veröffentlicht und dabei auch ihre Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt. Demnach soll der Konzernumsatz auf 38,3 bis 40,1 (Vorjahr 33,8) Milliarden Euro steigen, bei einer operativen Rendite zwischen 4,7 und 5,7 Prozent. Im zweiten Quartal lag sie mit 4,4 Prozent unter diesem Zielkorridor.

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