Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2022

19:24

Autozulieferer

Der nächste Chef für Mahle: Franz folgt auf Frick – der wechselt zu ZF

Von: Martin-W. Buchenau

Mahle bekommt einmal mehr eine neue Führungsspitze. Gleichzeitig verliert es seinen zweimaligen Interimschef an einen größeren Konkurrenten.

Franz wird neuer Mahle-Chef. LKQ Europe

Arnd Franz

Franz wird neuer Mahle-Chef.

Stuttgart Der aktuelle Interimschef des Stuttgarter Automobilzulieferers Mahle, Michael Frick, wird neuer Finanzchef des viermal größeren Konkurrenten ZF Friedrichshafen. „Es ist noch nicht offiziell, aber der Wechsel ist perfekt“, sagte ein mit dem Vorgang vertrauter Insider in Stuttgart dem Handelsblatt. Frick arbeitet seit 2003 für Mahle, seit 2014 als Finanzvorstand und in den vergangenen Monaten als Interims-CEO.

Neuer CEO von Mahle wird Arnd Franz, derzeit Chef des Ersatzteilhändlers LKQ Europe. Über das Stühlerücken bei Mahle und ZF hatte am Montag zuerst die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Eine Mahle-Sprecherin wollte die anstehenden Personalien nicht kommentieren, auch ZF wollte sich auf Anfrage des Handelsblatts nicht äußern.

Mahle hat in den vergangenen Jahren über ein Zehntel seiner Mitarbeiter verloren und in vier Jahren drei Chefs verschlissen. Zuletzt ging CEO Matthias Arleth am Karfreitag nach nur vier Monaten im Amt. Seither führte Frick den viertgrößten deutschen Autozulieferer zum zweiten Mal interimsweise.

Diesmal brauchte Aufsichtsratschef Heinz K. Junker fünf Monate für die Suche nach einem neuen CEO. Franz soll Branchenkreisen zufolge allerdings nicht der erste angesprochene Kandidat für den Chefposten gewesen sein. Aber er kennt Mahle gut: Er arbeitete bereits mehrere Jahre beim Stuttgarter Zulieferer und leitete auch den Vertrieb der Automotive-Sparte, bevor er Chef von LKQ wurde.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Fricks Wechsel gilt in der Branche als nachvollziehbar. Immerhin ist ZF als Branchenzweiter viermal größer als Mahle und hat sich mit den Milliardenübernahmen von TRW und Wabco bei den Zukunftstechnologien Elektromobilität und autonomes Fahren deutlich besser aufgestellt als Mahle. Fricks Hauptaufgabe wird es sein, zehn Milliarden Euro Schulden, hauptsächlich aus den Unternehmensübernahmen, zu managen.

    Ein Branchenkenner sagt: „Für ZF ist es eminent wichtig, das Rating zu sichern, damit die Kredite nicht teurer werden.“ Frick hat bei Mahle Erfahrung mit der Organisation knapper Finanzmittel sammeln können. Bei seinen Intermezzi als CEO hat er zusätzliche operative Erfahrung im Zuliefergeschäft sammeln können, was am Ende den Ausschlag für seine geplante Berufung zum ZF-CFO gegeben haben soll. Intensiv, aber offenbar nicht erfolgreich, habe ZF auch nach Frauen für den Posten gesucht, heißt es aus Branchenkreisen.

    ZF: Vorstandsumbau abgeschlossen

    Mit dem Engagement eines Nachfolgers für den altersbedingt ausscheidenden Finanzchef Konstantin Sauer (63) hat ZFs neuer Aufsichtsratschef Heinrich Hiesinger seinen Vorstandsumbau weitgehend abgeschlossen. Für den ebenfalls altersbedingt ausscheidenden Leiter des Nutzfahrzeuggeschäfts, Wilhelm Rehm (64), wurde bereits der frühere Nutzfahrzeug-Vorstand von Knorr-Bremse Peter Laier engagiert.

    ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider hatte den Umbau im März mit seinem Verzicht auf einen neuen Vertrag ausgelöst. Scheider war im Februar 2018 ebenfalls von Mahle zu ZF gestoßen. Sein interner Nachfolger Holger Klein steht schon seit einigen Monaten fest.

    Der Stiftungskonzern ZF vom Bodensee arbeitete früher bei der Besetzung von Chefposten viel mit der Personalberatung Egon Zehnder zusammen. Diesmal beriet bei allen drei Besetzungen im ZF-Vorstand Nicolas von Rosty, der Deutschlandchef von Heidrick & Struggles.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×