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21.02.2018

17:30 Uhr

Autozulieferer

EU verhängt Millionenstrafe gegen Bosch und Continental

Die EU-Kommission bestraft Bosch, Continental und anderen Autozulieferer wegen illegaler Absprachen. Sie müssen Millionenstrafen zahlen.

Bosch und Continental: EU-Kommission verhängt Kartellstrafe dpa

Produktion bei Continental in Northeim

Die Europäische Kommission brummt Bosch, Continental und anderen Autozulieferern wegen illegaler Absprachen Strafen auf.

BrüsselWegen der Bildung illegaler Kartelle hat die EU-Kommission Millionenstrafen gegen die deutschen Autozulieferer Bosch und Continental verhängt. Sie sprach zudem hohe Geldbußen gegen ein Kartell von Reedereien, die Fahrzeuge verschifften.

Bosch hat sich nach Feststellung der Brüsseler Wettbewerbshüter mit den japanischen Konkurrenten Denso und NGK auf dem Markt für Zündkerzen abgesprochen sowie mit Continental und dem Zulieferer ZF TRW bei Bremssystemen. Insgesamt verhängte die Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager für die Zulieferer Strafen von über 150 Millionen Euro.

Die größte Strafe bei den Zulieferern bekommt Bosch. Da der weltgrößte Autozulieferer in zwei Fälle verwickelt war, bei Zündkerzen und auch bei Bremsen, muss er insgesamt 77,2 Millionen Euro Bußgelder zahlen. Dennoch kommen die Schwaben vergleichsweise glimpflich davon. Auch dürfte sich die Kooperation von Bosch mit den Behörden ausgezahlt haben.

Das sah am Anfang nicht so aus. Der damalige EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte vor vier Jahren harte Strafen gegen deutsche Autozulieferer wegen verbotener Preisabsprachen angekündigt. „Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich“, sagte Almunia damals.

Die Intonation hatte damals weit drastischere Strafen erwarten lassen. Bei Verstößen kann die EU-Kommission Strafgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Bei Bosch wären das maximal über sieben Milliarden Euro gewesen.

Während Bosch hofft das leidige Kartellthema endlich abgeschlossen zu haben kündigte die Wettbewerbskommissarin zugleich weitere Entscheidungen an: „Wir sind noch nicht fertig.“ Auch die Ermittlungen wegen des möglichen deutschen Autokartells seien noch nicht abgeschlossen. Die Ermittlungen richtet sich allerdings gegen die deutschen Autohersteller Daimler, BMW und Volkswagen.

Darüber hinaus sollen mehrere Seetransport-Unternehmen aus Chile, Japan, Norwegen und Schweden Absprachen beim interkontinentalen Transport von Fahrzeugen getroffen haben. Insgesamt 395 Millionen Euro verlangt die EU-Kommission von vier Seetransportunternehmen.

Betroffen sind laut Vestager die chilenische CSAV, die japanischen Unternehmen K Line, MOL und NYK sowie die norwegisch-schwedische Firma WWL-EUKOR. In dem Fall bekam MOL als Kronzeuge die Strafe erlassen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

21.02.2018, 14:35 Uhr

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