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02.11.2013

16:41 Uhr

Bei Wegfall von EEG-Ausnahme

BASF rechnet mit 300 Millionen Euro Mehrkosten

BASF ächzt laut eigener Aussage unter dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Noch schützt sie aber eine Ausnahmeregelung vor höheren Abgaben. Fällt diese weg, kämen erhebliche Mehrbelastungen auf den Konzern zu.

BASFs Industrie-Anlagen verbrauchen viel Strom. Ohne EEG-Ausnahme ist dieser laut BASF zu teuer. Der Konzern hat mittlerweile ein Investment in den Staaten im Visier. dpa

BASFs Industrie-Anlagen verbrauchen viel Strom. Ohne EEG-Ausnahme ist dieser laut BASF zu teuer. Der Konzern hat mittlerweile ein Investment in den Staaten im Visier.

Dem Chemiekonzern BASF drohen Millionenkosten, falls die Befreiung von der Ökostrom-Umlage abgeschafft wird. „Ein Wegfall sämtlicher EEG-Ausnahmeregelungen hätte für den Standort Ludwigshafen eine Mehrbelastung von jährlich mehr als 300 Millionen Euro zur Folge“, sagte ein BASF-Sprecher der „WirtschaftsWoche“. Das Chemiewerk ist einer der größten Stromverbraucher der Republik und bisher von der Umlage befreit.

Auch wegen der Entlastungen für die Industrie müssen die Verbraucher immer höhere Kosten für die Förderung des Ökostroms tragen. Im kommenden Jahr erhöht sich die EEG-Umlage um knapp einen Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde – ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden wird 2014 etwa 40 Euro mehr als bislang zahlen. Union und SPD wollen bis Ostern 2014 eine Reform der Ökostrom-Förderung vorlegen. Die SPD dringt darauf, dass die Industrie einen höheren Teil der Hilfen schultert. Die Zahl der begünstigten Betriebe soll von 2300 in diesem Jahr auf knapp 1000 verringert werden.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

BASF-Chef Kurt Bock hatte kürzlich erklärt, weitere Investitionsmöglichkeiten in den USA zu prüfen, wo die Energiepreise auch dank des Schiefergas-Booms deutlich niedriger sind als Deutschland. „Wenn wir die selben Verhältnisse in Ludwigshafen hätten, dann hätten wir eine Ergebnisverbesserung von weit über eine halbe Milliarde Euro“, sagte Bock bei der Vorlage der Quartalszahlen am 25. Oktober.

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Kommentare (1)

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KlausErmecke

04.11.2013, 14:48 Uhr

Der damals gerade eben ausgeschiedene BASF-VV Dr. Jürgen Hambrecht war Mitmacher in "Töpfers Schwafelrunde", alias "Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung", deren Aufgabe 2011 darin bestand, für die vermutlich in bestimmten Zirkeln lange vorgeplante Vernichtung der deutschen Kernenergiebasis eine moralinsaure Begründung zu dichten. Dieser Schritt war angesichts der tatsächlichen Ereignisse unsinnig, wie wir 2011 aufgezeigt haben (www.ke-research.de/downloads/FukushimaDesaster.pdf ).

Wahrscheinlich bin ich nicht der Einzige, der es irgendwie dreist findet, daß viele Unternehmer sich vor den Karren einer (verfassungswidrigen) Politik spannen lassen, die den Industriestandort Deutschland systematisch zerstört, wenn sie nur (verfassungswidrige)Ausnahmeregelungen zugestanden bekommen, die der Masse der Unternehmen und dem Normalbürger sowieso verweigert werden.

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