MenüZurück
Wird geladen.

Bericht von Jones Day

Seite 2 von 3

Volkswagen zieht nach Karlsruhe

Die Rechtsmittel gegen die Offenlegung der Rechercheergebnisse von Jones Day waren für Volkswagen damit ausgeschöpft. Es blieb nur noch der Weg nach ganz oben: zum Bundesverfassungsgericht. Volkswagen und Jones Day schlugen ihn ein.

Mehr als ein Jahr ist seitdem vergangen. Ein Jahr, in dem Volkswagen kaum noch Fragen zur größten Affäre der Konzerngeschichte beantwortete. „Laufende Ermittlungen, Sie verstehen“, lautet die Standardfloskel für Journalisten, die für dieses oder jenes Detail um Auskunft bitten. Kunden geht es nicht besser.

Tausende von ihnen haben bereits gegen Volkswagen geklagt, weil ihre Dieselfahrzeuge stark an Wert verloren. Immer wieder taucht in den Gerichtsgefechten die Frage auf, wer denn nun für den Einsatz der Software verantwortlich war, mit der Volkswagen seine Motoren manipulierte und so die Kunden und die Zulassungsbehörden täuschte.

Volkswagen weicht solchen Erläuterungen auch vor Gericht aus, manchmal mit der lapidaren Antwort, nach dem Motto: Mach’s doch selber.

Vor dem Landgericht Düsseldorf argumentierten VW-Anwälte Anfang 2018, ein klagender Kunde habe keinen Anspruch auf Schadensersatz, weil er selbst den Hergang der Schädigung gar nicht verstehe. Der Kunde habe „nicht ausreichend substantiiert dazu vorgetragen, wer zu welchem Zeitpunkt von dem Einbau der Software überhaupt Kenntnis hatte.“

Volkswagen verlor den Fall. Gerade die Klärung dieser Frage sei ja der Sinn des Prozesses, hieß es vor Gericht. Da der Konzern jedoch schon das Stellen solcher Fragen als „unzulässige Ausforschung“ bezeichnete, scheiterten die VW-Juristen an ihrem eigenen Schweigen.

Dieselskandal: Mit kompromissloser Härte geht Staatsanwalt Kieninger gegen Audi vor

Dieselskandal

Mit kompromissloser Härte geht Staatsanwalt Kieninger gegen Audi vor

Dominik Kieninger gilt unter Verteidigern als unnachgiebig. Die Festnahme von Audi-CEO Rupert Stadler zeigt eine klare Strategie.

Richtig, man könnte Volkswagen nicht zwingen, die Wissensträger des Betrugs zu benennen, stand anschließend im Urteil. Doch wenn Volkswagen nicht in der Lage war, den Vorwurf zu bestreiten, so gelte er als zugegeben: Die manipulative Software sei „mit Wissen und Wollen“ mindestens eines Vorstandsmitglieds eingesetzt worden, möglichweise auch mehrerer Mitglieder.

Verfassungsgericht vor Entscheidung

Wer wusste was, und wann? Es sind die zentralen Fragen in der Dieselaffäre. Schon im Herbst 2015, kurz nach der Aufdeckung des Diesel-Skandals durch die US-Umweltschutzbehörde EPA, beauftragte Volkswagen die Kanzlei Jones Day, diese Fragen zu beantworten. Hunderte von Experten haben seitdem Hunderte von Interviews geführt und eine der größten Datenmengen ausgewertet, die in der deutschen Wirtschaftsgeschichte je gesammelt wurde, wie Volkswagen selbst angibt. Nur mit dem Ergebnis möchte der Konzern nicht herausrücken.

Nach Razzien in Abgasaffäre: Für Volkswagen wird es eng

Nach Razzien in Abgasaffäre

Für Volkswagen wird es eng

Audi, Jones Day: Die Staatsanwaltschaft hat zur Aufklärung der VW-Abgasaffäre mehrere Razzien durchgeführt – und die juristische Verteidigungslinie von VW zerstört. Das hat weitreichende Konsequenzen. Eine Analyse.

Die Unterlagen, die Volkswagen geheim halten wollte, liegen schon in den Räumen des Amtsgerichts München. 185 Aktenordner, versiegelt in einem eigens dafür eingerichteten Raum. Mitschriften von 700 Interviews mit Beteiligten im Dieselgeschäft, dazu digitale Daten, heruntergeladen von einem Server in Belgien. Da nun das Verfassungsgericht das Siegel gelöst hat, braucht die Staatsanwaltschaft nur zuzugreifen.

Was mag sie finden? Eigentlich nur das, was Volkswagen von Anfang an offenlegen wollte. Deutschlands größtes Unternehmen stehe vor der „größten Bewährungsprobe seine Geschichte“, sagte Matthias Müller, als er 2015 die Nachfolge von Martin Winterkorn antrat und die Führung von Volkswagen übernahm. „Es geht darum, verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Dazu braucht es eine schonungslose und konsequente Aufklärung.“

Volkswagen beauftragte deshalb nicht nur eine unabhängige Kanzlei mit dieser Aufklärung, sondern versprach auch, dass ungeschönte Bild des Skandals zu zeigen. „Alles kommt auf den Tisch“, sagte Aufsichtsratschef Pötsch. „Nichts wird unter den Teppich gekehrt.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×