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16.11.2022

16:25

Biotechindustrie

Curevac will Anfang 2023 erste Ergebnisse zu neuen Impfstoffen gegen Corona und Grippe vorlegen

Von: Maike Telgheder

Das Unternehmen sieht sich bei der Entwicklung auf gutem Weg. Die Abwicklungskosten des 2021 zurückgezogenen Covid-19-Impfstoffkandidaten sind fast bewältigt.

Das Unternehmen spürt immer noch die finanziellen Folgen des Impfstoff-Rückschlags aus dem vergangenen Jahr. dpa

Curevac

Das Unternehmen spürt immer noch die finanziellen Folgen des Impfstoff-Rückschlags aus dem vergangenen Jahr.

Frankfurt. Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac will voraussichtlich im ersten Quartal 2023 klinische Daten zu seinen Covid-19- und Grippe-Impfstoffkandidaten vorstellen. Die Studien seien auf dem besten Weg, in naher Zukunft wichtige Daten zu liefern, sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas am Mittwoch bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal.

Alle Kandidaten, die das Unternehmen gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern Glaxo-Smithkline (GSK) entwickelt, basieren auf Curevacs mRNA-Technologie der zweiten Generation und werden als Auffrischungsimpfung getestet. Derzeit laufen die ersten von drei klinischen Phasen.

Das Biotechunternehmen hatte Ende März 2022 eine Studie seines neuen Impfstoffkandidaten (CV2CoV) gegen Corona begonnen. Die Daten aus der ersten klinischen Phase sollten ursprünglich Ende dieses Jahres vorgestellt werden.

Curevac wurde von Impfstoff-Flop stark belastet

Curevac galt in der Corona-Pandemie zunächst als einer der Hoffnungsträger bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus. Das Unternehmen lieferte im vergangenen Jahr aber mit seinem ersten Impfstoffkandidaten im Vergleich zu den Vakzinen der Konkurrenten Biontech und Moderna, die ebenfalls auf der mRNA-Technologie basieren, schwache Wirksamkeitsdaten.

Als Konsequenz zog Curevac sein Produkt aus dem Zulassungsverfahren zurück. Die Kosten, die im Zusammenhang mit der Abwicklung dieses Impfstoffkandidaten entstanden sind, haben das Unternehmen in den vergangenen Monaten stark belastet.

Das zeigt sich auch in den Neunmonatszahlen: Der Zahlungsmittelbestand beliefen sich per Ende September auf 540,9 Millionen Euro, zum Jahreswechsel hatte sie noch 811,5 Millionen Euro betragen. Der Cash-Verbrauch hat sich im dritten Quartal allerdings deutlich auf rund 33 Millionen Euro verlangsamt, im ersten Halbjahr waren es noch 238 Millionen.

Für Curevac sind die finanziellen Belastungen rund um den ersten Impfstoffkandidaten nun aber weitgehend beendet. „Zum ersten Mal seit dem vierten Quartal 2021 sind wir nicht mehr mit den Herausforderungen im Zusammenhang mit den Abwicklungskosten unseres Impfstoffkandidaten der ersten Generation konfrontiert“, sagte Finanzchef Pierre Kemula.

Insgesamt verzeichnete Curevac in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang um zehn Prozent auf 55,7 Millionen Euro. Als Grund nennt das Unternehmen das Ende einer Kooperation mit Boehringer Ingelheim im Onkologiebereich. Auf der anderen Seite stiegen die Erlöse aus den beiden Kooperationen mit GSK im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1 Millionen auf 52,7 Millionen Euro.

Curevac arbeitet an Impfstoff gegen Krebserkrankungen

Den operativen Verlust konnte Curevac auf etwa ein Drittel des Vorjahreswerts auf 127,9 Millionen Euro verkleinern. Das lag unter anderem an den geringeren Forschungs- und Entwicklungskosten gegenüber 2021, als der erste Covid-19-Impfstoffkandidat noch erprobt wurde. Curevac beschäftigt den Angaben zufolge weiterhin mehr als 1000 Mitarbeiter.

Neben Impfstoffen gegen Coronavirus und Grippe arbeitet Curevac auch daran, eine Pipeline mit mRNA-Impfstoffkandidaten gegen Krebserkrankungen aufzubauen. Dazu kooperiert das Unternehmen mit der belgischen Firmen Myneo und hat zudem in diesem Jahr das niederländische Start-up Frame Cancer Therapeutics für 32 Millionen Euro übernommen.

Beide Unternehmen sind darauf spezialisiert, sogenannte Antigene auf Krebszellen zu identifizieren. Diese können Angriffspunkte für mögliche Immuntherapien sein.

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