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07.03.2014

09:40 Uhr

Börsenneuling

Evonik umgarnt Anleger mit Dividendenplus

Evonik erfreut die Anleger: Der Essener Börsenneuling will Aktionären einen Euro Dividende pro Aktie zahlen – obwohl zuletzt der Gewinn 2013 gesunken ist. In diesem Jahr soll der Umsatz wieder steigen.

Der Energieriese Evonik erfreut seine Anleger mit einer erhöhten Dividende. dpa

Der Energieriese Evonik erfreut seine Anleger mit einer erhöhten Dividende.

EssenDer Börsenneuling Evonik ködert die Anleger mit einer höheren Dividende. Für 2013 sollen die Aktionäre einen (Vorjahr: 0,92) Euro pro Anteilsschein und damit mehr erhalten als Analysten erwartet hatten, teilte der Hersteller von Produkten für die Kunststoffindustrie und Wirkstoffen für Tiernahrung am Freitag in Essen mit. Damit dürfte der Spezialchemiekonzern auch seinen Großaktionär RAG-Stiftung zufriedenstellen, denn Stiftungschef Werner Müller hatte mit einer steigenden Dividende gerechnet.

Evonik schraubt die Ausschüttung trotz sinkender Verkaufspreise für wichtige Produkte nach oben. Für 2014 rechnet Konzernchef Klaus Engel nun mit einem Umsatz leicht über Vorjahreshöhe, den bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) sieht er in einer Spanne zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden Euro - nach zwei Milliarden Euro 2013. Evonik war im April nach mehreren vergeblichen Anläufen der Sprung an die Börse geglückt. Damals erreichte die Aktie mit 33,20 Euro ihren Höchststand.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

„Trotz des schwierigen Marktumfelds hat sich unser Geschäft solide entwickelt“, sagte Engel mit Blick auf 2013. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres war das bereinigte Ebitda bei einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro deutlich auf 386 (Vorjahr: 452) Millionen Euro gesunken. Das Konzernergebnis schrumpfte auf 163 (290) Millionen Euro.

Analysten hatten für das vierte Quartal mit einem Umsatz von 3,12 Milliarden Euro, einem bereinigten Ebitda von 380 Millionen Euro und einem Überschuss von 165 Millionen Euro gerechnet. Die Dividende für das Jahr 2103 hatten sie bei 0,93 Euro erwartet.

Engel hatte angesichts sinkender Gewinne bereits ein Sparprogramm angekündigt. Ab Ende 2016 sollen die Verwaltungskosten um bis zu 250 Millionen Euro im Jahr sinken, bekräftigte er. Der Chemiekonzern will rund 1000 seiner insgesamt über 33.000 Stellen abbauen. Engel nannte diese Zahl am Freitag in Essen und bestätigte damit frühere Informationen aus Branchenkreisen. Evonik wolle den Abbau „sozialverträglich und menschlich anständig“ gestalten, sagte er laut Redetext. Betriebsbedingte Kündigungen seien bei Evonik bis Jahresende 2018 ausgeschlossen, unterstrich er.

Bei den Evonik-Konkurrenten hatte sich 2013 ein gemischtes Bild gezeigt. BASF steuert dank des Autobooms in den USA und China auf Rekordkurs, der Konzern liefert etwa Autokatalysatoren an die Kunden. Lanxess hatte dagegen tiefrote Zahlen verzeichnet - das Unternehmen ist weltgrößter Hersteller von synthetischem Kautschuk für die Reifenindustrie und leidet unter Kampfpreisen der Konkurrenz.

Die RAG-Stiftung soll für die Folgekosten des auslaufenden Steinkohlebergbaus in Deutschland geradestehen, ihre Haupteinnahmequelle sind derzeit die Evonik-Dividenden. Müller hatte bereits deutlich gemacht, dass er den Stiftungsanteil von derzeit knapp 68 Prozent langfristig abschmelzen will - die Stiftung soll nicht zu einseitig von Evonik und der Chemie abhängen.

Von

rtr

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