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02.08.2022

07:48

Chemiebranche

Nach Geschäftszahlen: Covestro stellt Maßnahmen für möglichen Gasmangel vor

Mehr Umsatz durch hohe Preise, doch weniger Absatz: Der Dax-Konzern hat detaillierte Ergebnisse zum zweiten Quartal vorgelegt – und einen Krisenplan.

Beim Dax-Konzern könnte bei Gasmangel das Öl in den Fokus rücken. imago images/imagebroker

Covestro-Zentrale

Beim Dax-Konzern könnte bei Gasmangel das Öl in den Fokus rücken.

Leverkusen Der Kunststoffkonzern Covestro hat im zweiten Quartal den Umsatz um fast ein Fünftel auf 4,7 Milliarden Euro steigern können. Allerdings geht aus den am Dienstagmorgen vorgelegten endgültigen Zahlen auch hervor, dass der Absatz im selben Zeitraum zurückgegangen ist. Der Überschuss hat sich mit 199 Millionen Euro mehr als halbiert.

„Im zweiten Quartal haben wir von einer schneller als erwarteten Erholung nach den Lockdowns in China und einer intakten Nachfrage nach unseren Produkten profitiert“, sagte Finanzchef Thomas Toepfer. „Im laufenden zweiten Halbjahr haben die gesamtwirtschaftlichen Risiken noch einmal deutlich zugenommen, insbesondere mit Blick auf die sehr hohen Energiekosten sowie Unwägbarkeiten bei der Gasversorgung an unseren deutschen Standorten.“ Diese machen rund ein Viertel der weltweiten Produktionskapazitäten des Unternehmens aus. Für die Umsatzsteigerung sorgten auch höhere Preise und der starke Euro.

Der Dax-Konzern hatte am Freitag bereits seine Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Im zweiten Quartal sei Covestro mit einem Ebitda von 547 Millionen Euro leicht über dem bisherigen Ausblick von 430 bis 530 Millionen Euro geblieben, hieß es vergangene Woche. Für das dritte Quartal werde ein Gewinnrückgang auf 300 bis 400 Millionen Euro erwartet.

Im Rahmen der Vorlage der detaillierten Ergebnisse führte Covestro auch seine Vorbereitungen auf den drohenden Erdgasmangel gegen Ende des Jahres aus. Zur kurzfristigen Senkung des Gasbedarfs seien verschiedene Maßnahmen wie etwa die Umstellung auf ölbasierte Generatoren zur Dampferzeugung getroffen worden, teilte das Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage endgültiger Zahlen für das zweite Quartal mit. Die gesamte Chemiebranche stellt sich angesichts der stark verringerten Erdgaslieferungen aus Russland in Folge dessen Kriegs gegen die Ukraine auf starke Einschnitte ein.

Zudem werde weiter an den Produktionsprozessen gearbeitet, um den Gas- und Energieverbrauch zu senken, erklärte Covestro. Insgesamt machen die deutschen Standorte des Dax-Konzerns rund ein Viertel der globalen Produktionskapazitäten aus.

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