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24.02.2014

13:49 Uhr

Chemiekonzern

H&R rutscht in die roten Zahlen

Der Spezialchemiekonzern H&R konnte schon 2012 nur noch einen schmalen Gewinn aufweisen – 2013 ist unter dem Strich ein Verlust in zweistelliger Millionenhöhe geblieben. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Die Niedersachsen litten zuletzt unter dem schwankenden Ölpreis und bekamen zudem die harte Konkurrenz bei Grundchemikalien zu spüren. dpa

Die Niedersachsen litten zuletzt unter dem schwankenden Ölpreis und bekamen zudem die harte Konkurrenz bei Grundchemikalien zu spüren.

FrankfurtEin scharfer Wettbewerb und sinkende Preise haben den Spezialchemiekonzern H&R im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich blieb ein Konzernverlust von 14 Millionen Euro nach einem schmalen Gewinn von 0,5 Millionen Euro im Jahr 2012, wie das Unternehmen aus dem niedersächsischen Salzbergen am Montag mitteilte.

Zu dem Minus trugen auch hohe Abschreibungen am Hamburger Raffinerie-Standort bei. H&R setzte im vergangenen Jahr 1,214 Milliarden Euro um - ein Rückgang von 1,2 Prozent. Dabei baute der Konzern den Umsatz mit Kunststoffen aus, während die Erlöse im Kerngeschäft mit chemisch-pharmazeutischen Rohstoffen sanken. Endgültige Zahlen zum vergangenen Jahr will H&R am 31. März veröffentlichen.

Die Niedersachsen litten zuletzt unter dem schwankenden Ölpreis und bekamen zudem die harte Konkurrenz bei Grundchemikalien zu spüren. Der Konzern produziert aus Rohöl Paraffine, Weichmacher und andere Substanzen, die unter anderem in der Reifenbranche und in der Baustoffindustrie verwendet werden. Um von den Schwankungen des Ölpreises unabhängiger zu werden, hatte Konzernchef Niels Hansen das Geschäftsmodell umgebaut und unter anderem die Raffinerie in Salzbergen auf Auftragsfertigung umgestellt. Zudem wurden Sparmaßnahmen eingeleitet.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Im laufenden Jahr will das H&R-Management zusätzliche Schritte einleiten, um das Ergebnis anzukurbeln. Sollten diese greifen, rechne der Vorstand 2014 bei gleichbleibendem Marktumfeld mit einer „leichten Verbesserung“ des operativen Gewinns. Unter anderem soll der Rohstoffeinsatz in der Hamburger Raffinerie verbessert werden. Der Konzern will zudem an allen deutschen Standorten seine Fixkosten deutlich senken.

Von

rtr

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