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07.05.2014

09:26 Uhr

Chemikalienhändler

Brenntag sinkt im operativen Ergebnis

Der weltgrößte Chemikalienhändler hat im vergangenen Quartal operativ weniger verdient – trotzdem machte Brenntag mehr Gewinn als im Vorjahr. 2014 werden insgesamt steigende Ergebnisse erwartet.

Die Zentrale von Brenntag: Der weltgrößte Chemikalienhändler hat im vergangenen Geschäftsjahr operativ weniger verdient. dpa

Die Zentrale von Brenntag: Der weltgrößte Chemikalienhändler hat im vergangenen Geschäftsjahr operativ weniger verdient.

Frankfurt am MainDer Chemikalienhändler Brenntag ist wegen schwächerer Geschäfte in Asien und Lateinamerika mit angezogener Handbremse in das Jahr gestartet. Der operative Konzerngewinn (Ebitda) ging im ersten Quartal um 0,4 Prozent auf 164 Millionen Euro leicht zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mehr erwartet. Konzernchef Steven Holland bekräftigte trotz des schleppenden Geschäfts zu Jahresbeginn die Ziele für das Gesamtjahr. Brenntag erwartet 2014 ein Wachstum aller wichtigen Ergebniskennzahlen. „Die starke Entwicklung von Europa und auch die positiven Trends in Nordamerika stimmen uns positiv“, sagte Holland. Die Schwäche in Lateinamerika und Asien sei nur temporär. Brenntag könne zudem von der sich allmählich erholenden Weltwirtschaft profitieren.

Brenntag setzte von Januar bis März 2,42 Milliarden Euro um, 0,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Überschuss stieg dagegen um 3,4 Prozent auf 72,1 Millionen Euro. Bei den Anlegern kam der Zwischenbericht nicht gut an: Die im MDax notierte Brenntag-Aktie büßte rund 1,5 Prozent ein.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

In Lateinamerika bekam Brenntag im Auftaktquartal die Wirtschaftsflaute in Venezuela zu spüren. In Asien liefen die Geschäfte im wichtigen Markt Thailand schleppend. Zudem stiegen die Kosten in Asien, da Brenntag dort expandiert - auch durch Zukäufe. Rund lief es hingegen im Europa-Geschäft und auch in Nordamerika konnte Brenntag trotz des eisigen Winterwetters in manchen Regionen den Umsatz ausbauen.

Der Konzern aus Mülheim im Ruhrgebiet ist der weltgrößte Chemikalienhändler. Er beliefert seine Kunden mit über 10.000 Industrie- und Spezialchemikalien. Dabei übernimmt Brenntag große Teile der Logistik, die Chemiekonzerne nicht mehr selbst betreiben wollen - auch die individuelle Mischung von Chemikalien zählt dazu.

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rtr

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