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17.02.2016

10:03 Uhr

Clariant

Chemiekonzern spürt den starken Franken

Clariant leidet unter dem starken Franken. Währungsbedingt musste der Chemiekonzern im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang hinnehmen. Einer Übernahme oder einer Fusion stehen die Schweizer offen gegenüber.

Der Chemiekonzern hat aufgrund des starken Franken Gewinn und Umsatz eingebüßt. Reuters

Clariant

Der Chemiekonzern hat aufgrund des starken Franken Gewinn und Umsatz eingebüßt.

ZürichDer Schweizer Chemiekonzern Clariant hat im vergangenen Jahr den starken Franken zu spüren bekommen. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften sank um drei Prozent auf 227 Millionen Franken (206 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um fünf Prozent auf 5,8 Milliarden Franken. Der Rückgang ist der Franken-Stärke geschuldet, die Zuwächse in Euro, Dollar und anderen Währungen mehr als auffraß: Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten wuchsen die Verkaufserlöse um drei Prozent. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von 0,40 Franken Dividende je Aktie erhalten.

Für das laufende Jahr stellt Clariant eine verbesserte Rentabilität in Aussicht. An der mittelfristigen Zielsetzung hält das Unternehmen fest: Die um Sonderposten bereinigte operative Gewinnmarge (Ebitda) soll 16 bis 19 Prozent erreichen, nach 14,7 Prozent im vergangenen Jahr.

Einer Übernahme oder einem Zusammenschluss mit einem Rivalen steht der Konzern grundsätzlich offen gegenüber. „Wir sind der Meinung, dass wir als selbstständiges Unternehmen, an der Börse notiert mit einem breiten und starken Free-float durchaus Wert schaffen können für die Aktionäre“, sagte Konzernchef Hariolf Kottmann am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Andererseits muss man als Management das tun, was gut für die Firma ist. Und wir sind in diesem Punkt, würde ich sagen, sehr opportunistisch.“ Auch Zukäufe kommen für Kottmann infrage. "Das ist für uns eine ganz reale Option." Konkrete Projekte gebe es aber nicht.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

In der Branche hat das Fusionskarussell mit dem Zusammenschluss von Dow Chemical und DuPont und der geplanten Übernahme von Syngenta durch die chinesische Chemchina jüngst an Fahrt aufgenommen. Clariant gilt als ein möglicher Übernahmekandidat.

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Von

rtr

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