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25.10.2016

09:56 Uhr

Covestro

Bayer-Kunststofftochter legt Gewinnsprung hin

Covestro hat mit einem kräftigen Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal die Analysten überrascht. Nun setzt die Bayer-Kunststofftochter auch ihre Renditeziele für das gesamte Jahr hoch.

Der Chemiekonzern steigerte den bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) um mehr als ein Fünftel. dpa

Covestro-Zentrale in Leverkusen

Der Chemiekonzern steigerte den bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) um mehr als ein Fünftel.

FrankfurtDie Bayer-Kunststofftochter Covestro legt nach einem unerwartet kräftigen Ergebnisanstieg im vergangenen Quartal die Messlatte für das Gesamtjahr höher. „Wir konnten die gute Entwicklung aus dem ersten Halbjahr auch im dritten Quartal nahtlos fortsetzen und profitieren von der starken Nachfrage nach unseren Produkten“, erklärte Covestro-Vorstandschef Patrick Thomas am Dienstag.

Für 2016 rechnet das Unternehmen nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von rund 1,9 Milliarden Euro, nachdem bislang ein Anstieg um mehr als acht Prozent auf mindestens 1,78 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden war. Dazu trug vor allem eine starke Erholung des Geschäfts in China bei und eine bessere Auslastung der Kapazitäten, auch wegen Produktionsschwierigkeiten von Wettbewerbern in Asien und Europa.

Covestro und CO2: Schlafen auf dem Klimakiller

Covestro und CO2

Schlafen auf dem Klimakiller

Kohlendioxid schadet dem Klima. Der Chemiekonzern Covestro will ab heute beweisen, dass man den Stoff im großen Stil für die Kunststoffproduktion nutzen kann. Doch es gibt Fragen nach dem Sinn dieser Technologie.

Covestro-Aktien stiegen zeitweise um rund zwei Prozent, zuletzt bröckelte das Kursplus aber ab. Seit dem Börsengang vor rund einem Jahr haben die Papiere ihren Wert mehr als verdoppelt. Bayer hält noch rund 64 Prozent an Covestro und will mittelfristig komplett aussteigen.

Im dritten Quartal steigerte Covestro den bereinigten Betriebsgewinn um mehr als ein Fünftel auf 574 Millionen Euro. Analysten hatten mit 506 Millionen deutlich weniger erwartet. Der Umsatz stagnierte dagegen bei drei Milliarden Euro, da das Unternehmen wegen der niedrigen Rohstoffpreise mit rückläufigen Verkaufspreisen zu kämpfen hat. Zudem dämpften negative Währungseffekte das Wachstum.

Finanzchef Frank Lutz zeigte sich zuversichtlich. „Wir sind mit unserer Aufstellung sehr zufrieden und sehen, dass wir weiteres Wachstumspotenzial haben“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Covestro sei mit seiner Entschuldung schneller vorangekommen als geplant, was dem Unternehmen mehr Flexibilität für Investitionen und Übernahmen verleihe. Konkrete Ziele gebe es aber noch nicht.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Für das Gesamtjahr rechnet Covestro nun mit einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) deutlich oberhalb des Vorjahres (bisher: oberhalb des Vorjahres). Das Mengenwachstum im Kerngeschäft soll unverändert im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich liegen. Im vierten Quartal wird Covestro aber auch Belastungen wegen Produktionsproblemen bei den Kunststoffvorprodukten MDI und TDI verdauen müssen. Diese dürften laut Lutz im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.

Wegen Produktionsausfällen bei einem Lieferanten kann das Unternehmen seine europäischen MDI- und TDI-Anlagen derzeit nur mit reduzierter Auslastung betreiben und hatte deshalb bereits Anfang Oktober höhere Gewalt (Force Majeure) erklärt.

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