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17.06.2016

08:43 Uhr

Covestro und CO2

Schlafen auf dem Klimakiller

VonBert Fröndhoff

Kohlendioxid schadet dem Klima. Der Chemiekonzern Covestro will ab heute beweisen, dass man den Stoff im großen Stil für die Kunststoffproduktion nutzen kann. Doch es gibt Fragen nach dem Sinn dieser Technologie.

Covestro will Kohlendioxid in Kunststoff-Schäume einbauen. Imago

Schlafen auf CO2

Covestro will Kohlendioxid in Kunststoff-Schäume einbauen.

DüsseldorfDas Projekt trägt einen vielversprechenden Namen: „Dream Production“. Traumhaft soll sein, was an diesem Freitag im Chemiepark Dormagen nordwestlich von Köln eingeweiht wird. Es ist eine Produktionsanlage, die den Klimakiller Nummer eins als Rohstoff nutzt. Kohlendioxid wird hier in Kunststoff-Schäume eingebaut, die an Hersteller von Matratzen geliefert werden. Schlafen auf dem Klimakiller.

Erfunden hat dieses Verfahren der Chemiekonzern Covestro. Die Tochtergesellschaft der Bayer AG hat es nach mehreren Jahren Forschung mit finanzieller Unterstützung des Bundes zur Marktreife gebracht. Covestro-Chef Patrick Thomas drückt am Freitag den Knopf zum Start der weltweit ersten Anlage zur kommerziellen Nutzung von Kohlendioxid für Kunststoffe.

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Die Grundidee ist einfach und bestechend: Bislang werden Kunststoffe fast vollständig aus Erdöl hergestellt. Im klimaschädlichen CO2 ist der gleiche Kohlenstoff enthalten, den man für die Herstellung von Schäumen und anderen Werkstoffen braucht. Kohlendioxid ist nahezu unbegrenzt vorhanden und noch dazu praktisch gratis. Also eigentlich ein idealer Rohstoff für die Chemie.

In der Praxis stieß die Nutzung lange Zeit auf große Probleme. Das Kohlendioxid muss eingefangen werden, und seine Aufspaltung ist sehr aufwendig. Man braucht dafür einen wirksamen Katalysator und ein stabiles Verfahren. In einem gemeinsamen Projekt mit den CAT Catalytic Center in Aachen entwickelten die Wissenschaftler einen Katalysator, der das träge Kohlendioxid zum Reagieren bringt. „Wir haben das Verfahren mehrere Jahr intensiv getestet“, erläutert Christoph Gürtler, der das Projekt bei Covestro betreut. „Jetzt können wir durchstarten.“

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

In der neuen Produktionsanlage des Konzerns wird Kohlendioxid für die Herstellung so genannter Polyole genutzt. Sie sind Bausteine für Kunststoffschäume, wie sie in Matratzen, Polstermöbeln und Autositzen verwendet werden. Bisher hat Covestro diese Polyole zu 100 Prozent aus Öl hergestellt. Künftig sollen zehn bis 20 Prozent aus dem Kohlendioxid kommen.

Covestro hat rund 15 Millionen Euro in die Anlagen investiert, rund 5000 Tonnen sollen in Dormagen pro Jahr hergestellt werden. Das benötigte Kohlendioxid kommt als Abfallprodukt aus einer benachbarten Anlage im Chemiepark, in der Ammoniak hergestellt wird.

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Kommentare (13)

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Account gelöscht!

17.06.2016, 08:52 Uhr

Das für unser Leben so entscheidende CO2 kann überhaupt kein Klima killen. Das CO2 ist der Baustein der unser Leben erst ermöglicht. OHNE CO2 würde es weiterhin ein Klima auf der Erde geben aber eben KEIN LEBEN!!!!
Hört also endlich auf die Gesellschaft mit solchen Lügen und Märchen vom "Bösen und Klima killenden CO2" zu verbreiten.
Danke!

Herr Holger Narrog

17.06.2016, 09:04 Uhr

CO2 ist in der Tat ein Grundstoff in der chemischen Industrie. Man kann weitere Nutzungen erschliessen und damit einige Millionen to. dieses für die Vegetation und des damit lebenswichtigen Spurengases binden.

Im Vergleich zu den Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe 35 Mrd. to/a, den natürlichen Emissionen von 800 - 1200 Mrd. to, oder dem Kohlenstoffkreislauf der Erde 150 Billionen to die allein in den Ozeanen gebunden ist, ist die Menge völlig vernachlässigbar.

Erfrischend ist die Bezeichnung von CO2 als "Klimakiller". Diese Bezeichnung basiert wohl auf der ökoreligiösen Vorstellung einer CO2 Klimahölle.

Die Theorie einer CO2 Klimahölle als Nachfolgeökoweltuntergangskatastrophe nach "Endlichen Rohstoffen", "Waldsterben", "Ozonloch" ist wissenschaftlich sehr schwach, wird jedoch von den Medien und Politikern der Altindustriestaaten mit extremen Glaubensdruck verbreitet.

Zur Wirkungsweise des Treibhauseffekts sind mir ca. 1 Dutzend Studien von Befürwortern und Gegnern dieser Theorie bekannt die sich signifikant unterscheiden. Eine Quantifizierung des durch CO2 möglicherweise hervorgerufenen Treibhauseffekts bedürfte einer intensiven Forschung.

Schön wäre es gewesen wenn der Journalist sich die Mühe gemacht hätte auf die technischen und wirtschaftlichen Fakten dieser Verfahren einzugehen anstatt ökoreligiöse Glaubenssätze zu verbreiten.

Account gelöscht!

17.06.2016, 09:10 Uhr

CO2 ist ein Spuren-Gas und killt nichts. Die Wiederholung von Blödsinn hat offenbar
System.

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