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24.05.2018

15:53

Diesel: Daimler soll illegale Abschalteinrichtung verwendet haben dpa

Transporter Mercedes Benz Vito

Im Juli 2014 stellte Daimler den damals neuen Transporter Vito vor.

Dieselskandal

Auch Daimler soll illegale Abschalteinrichtung verwendet haben

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat Daimler zu einem Rückruf von Dieselmodellen des Transporters Vito aufgefordert.

StuttgartDas Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat den Autobauer Daimler wegen des Vorwurfs einer illegalen Abgastechnik zum Rückruf von 4923 Fahrzeugen des Typs Vito verpflichtet.

Darunter sind 1372 Fahrzeuge des Modells Mercedes Vito 1.6 l Diesel Euro 6 in Deutschland, wie das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag mitteilte.

Das KBA habe bei Messungen unzulässige Abschalteinrichtungen der Abgasreinigung festgestellt, durch die es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten Emissionen von Stickoxid (NoX) kommen könne. Daimler müsse diese unzulässige Technik entfernen. Daimler kündigte am Donnerstag Widerspruch gegen die Behörden-Entscheidung an.

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Das KBA hatte den Vito spätestens seit Februar untersucht. Nach Rechtsauslegung der Behörde entspricht die spezifische Programmierung von zwei Funktionen in der Motorsteuerung des Fahrzeugs nicht den geltenden Vorschriften, teilte Daimler weiter mit. Der Autobauer sieht das anders und kündigte an, diese Rechtsauslegung zur Not auch vor Gericht klären zu lassen.

Die Funktionen seien Teil eines komplexen Abgasreinigungssystems, das eine robuste Abgasreinigung bei unterschiedlichen Fahrbedingungen und über die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs sicherstellen solle.

Für das Bestehen des maßgeblichen Test-Zyklus NEFZ seien die in Frage stehenden spezifischen Programmierungen nicht erforderlich, hieß es in einer Stellungnahme. Unabhängig von der rechtlichen Klärung werde Daimler die fraglichen Programmierungen wie verlangt mit einem Software-Update ändern.

Daimler hatte schon vergangenen Sommer Updates für insgesamt mehr als drei Millionen Fahrzeuge angekündigt. Den Vorwurf einer illegalen Abschalteinrichtung hatten die Behörden, anders als bei anderen Autobauern, bislang allerdings nicht gegen Mercedes-Benz-Fahrzeuge erhoben.

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Konzernchef Dieter Zetsche hatte 2015 noch die Devise ausgegeben, „dass bei uns nicht betrogen wird“. Später wurde die Führung jeder vorsichtiger und schrieb 2017 in einem Quartalsbericht, dass in den Stuttgarter Fahrzeugen „Funktionalitäten enthalten sein könnten“, die „möglicherweise unzulässig identifiziert wurden“.

Um aufzuklären, kooperiere Daimler „vollumfänglich mit den Behörden“, erklärt der Konzern stets. Doch ein Prozess um beschlagnahmte Unterlagen im Dieselskandal weckt Zweifel an dieser Aussage.

Im Mai 2017 filzten rund hunderte Polizisten und Staatsanwälte Büros von Daimler am Stammsitz in Stuttgart. Sie beschlagnahmten E-Mails, Protokollen und andere Dokumente – insgesamt mehrere Gigabytes an Daten. Doch mithilfe von Juristen wollte Daimler verhindern, dass die Staatsanwaltschaft diese Dokumente sichten darf.

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