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09.08.2019

18:08

Dieselskandal

Ex-Audi-Chef Stadler soll für Schaden von 27,5 Millionen Euro verantwortlich sein

Die Ermittler geben dem Manager laut einem Medienbericht die Schuld für 120.000 manipulierte Diesel-Autos. Die Schadenhöhe ist für einen wichtigen Punkt entscheidend.

Im Juni war der Manager festgenommen worden. AP

Rupert Stadler

Im Juni war der Manager festgenommen worden.

Düsseldorf Der frühere Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler soll in der Dieselaffäre einen Schaden von 27,5 Millionen Euro verantworten. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) am Freitag unter Berufung auf die Betrugsanklage der Staatsanwaltschaft München II. Sie richte sich gegen den ehemaligen Chef der VW-Tochter sowie drei weitere Angeschuldigte.

Die Ermittler werfen dem früheren Vorstandschef der Ingolstädter Volkswagen-Tochter laut dem Bericht vor, für 120.000 manipulierte Diesel-Autos in Europa verantwortlich zu sein. Der Schaden habe durchschnittlich knapp 230 Euro pro Fahrzeug betragen, was in der Summe die rund 27,5 Millionen Euro ergebe. In der Anklageschrift soll der mutmaßliche Schaden auf Euro und Cent genau beziffert sein.

Für Stadler würde diese Millionensumme bedeuten: Es geht bei ihm im Falle eines Prozesses darum, ob er erneut ins Gefängnis muss oder nicht. Der frühere Audi-Chef hatte im vergangenen Jahr mehrere Monate lang in Untersuchungshaft gesessen. Sollte es aufgrund der Anklage zu einer Gerichtsverhandlung und einer Verurteilung kommen, dann gilt angesichts dieser Größenordnung eine Bewährungsstrafe als unwahrscheinlich.

Stadler bestreitet allerdings die Vorwürfe und beteuert, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Viele Verfahrensbeteiligte gehen davon aus, dass es im Verlauf des nächsten Jahres zu einem langen Prozess kommt. Dann bliebe aber immer noch abzuwarten, wie der ausginge.

Dem 56-jährigen Stadler werfen die Ermittler vor, „spätestens ab Ende September 2015 von den Manipulationen Kenntnis gehabt und gleichwohl weiter den Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken Audi und VW veranlasst beziehungsweise den Absatz nicht verhindert zu haben“.

Die Staatsanwaltschaft München II wirft Stadler und den drei übrigen Audi-Angeschuldigten auch strafbare Werbung vor. Zudem seien sie verantwortlich dafür, dass Audi falsche Angaben bei den Zulassungsbehörden gemacht habe. Stadler bestreitet auch diese Vorwürfe.

Rupert Stadler war im Juni vergangenen Jahres festgenommen worden, nachdem er in einem abgehörten Telefonat über die mögliche Beurlaubung eines Audi-Mitarbeiters sprach. Danach verbrachte der Manager mehrere Monate in Untersuchungshaft.

Der VW-Konzern reagierte darauf und beendete im Oktober das Vertragsverhältnis mit Stadler. Der Automanager schied danach aus dem Unternehmen aus. Sein Nachfolger wurde Bram Schot.

Mehr: Die angeschlagene VW-Tochter Audi plant einen scharfen Schwenk hin zu Elektroantrieben. Um die deutschen Werke auszulasten, ist aber Hilfe von den Konzernschwestern notwendig.

Von

HB

Kommentare (1)

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Herr Werner Mocke

09.08.2019, 19:24 Uhr

Nur 27,5 Mill.. Dabei war doch Audi führend bei der Manipulation im VW Konzern.

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