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14.06.2018

17:16 Uhr

Dieselskandal

Trotz Razzia – VW-Aufsichtsrat stellt sich hinter Audi-Chef Stadler

VonMartin Murphy

Ermittlungen und Razzia zum Trotz: Rupert Stadler soll Audi-Chef bleiben. Die Eigentümerfamilie um Wolfgang Porsche stellt sich hinter ihn.

Audi: VW-Aufsichtsrat stellt sich im Dieselskandal hinter Rupert Stadler Reuters

Rupert Stadler

Der Audi-Chef genießt den Rückhalt der VW-Eigentümerfamilie Porsche.

FrankfurtAudi-Chef Rupert Stadler hat schon entspanntere Tage erlebt. Als die Staatsanwaltschaft München kürzlich ihre Ermittlungen wegen des Abgasbetrugs gegen ihn ausweitete, da rückten die Beamten gleich in seiner Privatimmobilie ein.

Audi und Stadler waren damit in die Schlagzeilen zurück. Wie wohltuend muss da das Votum des Aufsichtsrats sein. Die Kontrolleure des Mutterkonzerns Volkswagen berieten am Mittwoch über den weiteren Verbleib des Top-Managers.

Die Sitzung war kurzfristig anberaumt worden, um die Aufseher über eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig zu informieren, wie es im Umfeld des Gremiums hieß. VW hat sich mit der Behörde auf ein Bußgeld von einer Milliarde Euro geeinigt. Ein Verfahren wegen Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Abgasaffäre wird dafür eingestellt.

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Die Vorwürfe gegen Stadler stehen beim VW-Aufsichtsgremium auf der Tagesordnung. Noch stützen die Familieneigner den Audi-Chef.

„Die Gelegenheit hat der Aufsichtsrat dann genutzt, um über Stadler zu reden“, hieß es im Umfeld des Aufsichtsrates. Dies sei auch nötig gewesen, weil neuerliche Spekulationen über einen Rauswurf des Audi-Chefs hochgekocht waren. Stadler werde aber bleiben, hieß es weiter. „Die Familie mit Wolfgang Porsche an der Spitze hat sich hinter ihn gestellt.“ Das Unternehmen äußerte sich nicht dazu.

Stadler dürfte dies beruhigen, weil damit die Unklarheit über seine Zukunft schneller als geplant beseitigt ist. Ursprünglich wollte der Aufsichtsrat auf seiner nächsten regulären Sitzung am kommenden Montag über die Razzia bei Stadler reden. „Es war eine Information an die Mitglieder des Aufsichtsrat geplant gewesen“, hieß es im Umfeld der Kontrolleure. 

Audi gilt als Brutstätte des Abgasskandals. Mitarbeiter der Ingolstädter VW-Tochter hatten zuerst die Funktionen entwickelt, mit denen die Abgaswerte bei Test illegal nach unten gedrückt worden waren. Stadler war in die Entwicklung nicht involviert.

Die Kritik zieht er aber auf sich, weil die Aufklärung bei Audi lange Zeit schleppend verlaufen war. Vor allem die Vertreter der Gewerkschaft IG Metall hatten sich daher intern gegen ihn ausgesprochen.

Auch wenn Stadlers Verbleib im Vorstand von Audi und VW gesichert ist, die Forderungen nach einer Abberufung sind nicht vom Tisch. Zu einem späteren Zeitpunkt werde darüber geredet werden müssen, hieß es aus dem Aufsichtsrat.

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Kommentare (1)

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Herr Andre Peter

14.06.2018, 18:20 Uhr

Gut so! Mit dem "Sau durchs Dorf treiben" muss endlich Schluss sein.

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