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02.02.2016

18:02 Uhr

Dow Chemical vor Mega-Fusion

US-Chemiekonzern streicht weitere Stellen

Vor der Mega-Fusion der Chemiebranche hat Vorstandschef Andrew Liveris kräftig aufgeräumt bei Dow Chemical. Er verordnete dem US-Chemiekonzern Stellenstreichungen und ein Sparpaket und ordnete das Chlor-Geschäft neu.

Der BASF-Rivale profitierte zuletzt unter anderem von Kostensenkungen. ap

Dow-Chemical-Fabrik in Texas

Der BASF-Rivale profitierte zuletzt unter anderem von Kostensenkungen.

FrankfurtDer US-Chemiekonzern Dow Chemical verschärft vor der Mega-Fusion mit dem Konkurrenten DuPont seinen Sparkurs. Der Vorstand kündigte am Dienstag den Abbau von 500 weiteren Stellen an. 2016 erhoffe sich Dow zusätzliche Kosteneinsparungen von 300 Millionen Dollar nach 345 Millionen im vergangenen Jahr, sagte Finanzchef Howard Ungerleider.

Damit steigt die Zahl der Stellenstreichungen auf insgesamt 2200, nachdem der Konzern im vergangenen Mai den Abbau von bis zu 1750 Stellen angekündigt hatte. Bislang hat sich der Konzern nach Angaben von Vorstandschef Andrew Liveris von 1200 Mitarbeitern getrennt. 2015 beschäftigte Dow Chemical weltweit 49.500 Menschen.

Fusionspartner DuPont hatte bereits angekündigt, zehn Prozent seiner 54.000 Stellen zu streichen. Der Konzern will seine Kosten in diesem Jahr um 730 Millionen Dollar senken und damit auf jährliche Einsparungen von eine Milliarde Dollar kommen.

Dow Chemical und DuPont hatten im Dezember die größte Fusion aller Zeiten in der Chemiebranche angekündigt. Nach dem Zusammenschluss soll der neue Gigant allerdings wieder in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten werden. Diese sollen sich auf die Bereiche Agrarchemie, Kunststoffe und Spezialchemikalien konzentrieren.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Liveris krempelt Dow Chemical schon seit einiger Zeit um. Er leitete die Trennung vom Großteil des Chlor-Geschäfts und von Randsparten in die Wege. Zudem schnürte er ein umfangreiches Sparpaket. Im Gegenzug konzentriert sich das Unternehmen nun auf profitablere Geschäftsbereiche. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) kletterte 2015 auf 19,7 Prozent – der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren.

Der Überschuss stieg um mehr als neun Prozent auf 4,05 Milliarden Dollar. Der Umsatz des BASF-Rivalen schrumpfte dagegen wegen niedriger Verkaufspreise und des starken Dollar um 16 Prozent auf 48,8 Milliarden Dollar. Das kam am Markt gut an. Die Dow-Aktie legte gegen den Trend um 3,5 Prozent zu.

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rtr

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