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24.01.2017

14:47 Uhr

DuPont und Dow Chemical

Chemieriesen müssen auf Mega-Fusion warten

Die angestrebte Fusion des US-Chemieriesen DupPont und dem Rivalen Dow Chemical verzögert sich weiter. Es wäre der größte Zusammenschluss in der Chemiebranche, weswegen die Verschmelzung der Konzerne genau geprüft werde.

Die Regulierungsbehörde planet nach der Mega-Fusion der beiden Chemiekonzerne die Aufspaltung in verschiedene Unternehmen. dpa

DuPont

Die Regulierungsbehörde planet nach der Mega-Fusion der beiden Chemiekonzerne die Aufspaltung in verschiedene Unternehmen.

Frankfurt/BangaloreGeduldsprobe für DuPont: Der US-Chemieriese muss länger als gedacht auf die angestrebte Mega-Fusion mit dem US-Rivalen Dow Chemical warten. DuPont gehe nun davon aus, den Abschluss im ersten Halbjahr dieses Jahres unter Dach und Fach zu bringen, erklärte Vorstandschef Ed Breen. Bislang hatte er seine Hoffnungen auf das erste Quartal gesetzt. DuPont führe weiterhin „konstruktive“ Gespräche mit den Regulierungsbehörden, erklärte Breen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Abschluss des 130 Milliarden Dollar schweren Deals verzögert. Ursprünglich war er für das zweite Halbjahr 2016 erwartet worden.

Es wäre die größte Fusion in der Chemiebranche aller Zeiten. Doch die Regulierer nehmen den Zusammenschluss genau unter die Lupe. Nach diesem soll der neue Branchen-Gigant wieder in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten werden, unter anderem eines, das sich auf die Agrarchemie konzentriert.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Doch im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut sind auch andere Mega-Deals geplant, wie der Zukauf von Monsanto durch Bayer und die Übernahme der Schweizer Syngenta durch ChemChina.

Kosten im Zusammenhang mit der Dow-Fusion werden den Gewinn von DuPont im ersten Quartal um 18 Prozent schmälern, wie das Unternehmen erklärte. Der operative Gewinn soll sich dagegen – unter anderem dank Kostensenkungen – um acht Prozent erhöhen. Diese trugen auch im vierten Quartal zu einem Anstieg des operativen Gewinns um knapp 90 Prozent auf 451 Millionen Dollar bei. Der Umsatz sank dagegen um zwei Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar, vor allem wegen Schwächen im Agrarchemiegeschäft.

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