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09.09.2022

10:12

Elektroauto

BMW setzt auf runde Batteriezellen von chinesischen Herstellern

BMW setzt im Gegensatz zu anderen Herstellern auf Auftragsfertigung. Die neuen Batterien sollen die Reichweite der Elektroautos deutlich erhöhen.

Die Zellen werden von Partnern in sechs Fabriken weltweit gebaut: je zwei in China, Europa und Nordamerika. Reuters

BMW in Los Angeles

Die Zellen werden von Partnern in sechs Fabriken weltweit gebaut: je zwei in China, Europa und Nordamerika.

München BMW setzt bei den Batterien für seine Elektroautos der nächsten Generation von 2025 an auf Rundzellen. Damit folgt der Autobauer als erster europäischer dem Beispiel von Tesla. Die Zellen werden von Partnern in sechs Fabriken weltweit gebaut: je zwei in China, Europa und Nordamerika, wie BMW am Freitag mitteilte.

Für China und Europa seien bereits Milliardenaufträge an die chinesischen Batterie-Hersteller CATL und Eve Energy vergeben worden. In Nordamerika werde eine Entscheidung über den oder die Partner bis zum Jahresende getroffen. Weitere Lieferanten könnten – je nach Bedarf – im Laufe der Zeit hinzukommen, erklärte BMW.

Jede der Batteriezellfabriken werde eine Kapazität von bis zu 20 Gigawattstunden jährlich haben. In einem ersten Schritt beziehe BMW Zellen mit einer Kapazität von 120 Gigawattstunden pro Jahr. Eine eigene Zellfertigung wollen Einkaufsvorstand Joachim Post und Entwicklungschef Frank Weber nicht: Damit würde man sich auf eine Technologie festlegen. „Ich kann davon jedem nur abraten“, sagte er. Die Auftragsfertigung gebe mehr Flexibilität, etwa bei Technologiesprüngen.

Eine der europäischen Batteriefabriken wird in Ungarn stehen. CATL hatte zuletzt den Bau einer Batteriefabrik mit einer Gesamtkapazität von 100 Gigawattstunden pro Jahr im ungarischen Debrecen angekündigt. Dort entsteht derzeit das BMW-Werk für die Neue Klasse. Auch Eve Energy hat sich dort ein Grundstück gesichert. Insidern zufolge ist CATL auch am Bau eines Werks in den USA interessiert.

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    Die neuen BMW-Rundzellen haben einen Durchmesser von 46 Millimetern und ähneln damit den neuen Tesla-Batterien des Formats 4680. Die BMW-Zellen werden in zwei Längen von 95 und 120 Millimetern geliefert.

    BMW will E-Auto „auf dem Profitabilitätsniveau eines Verbrenners“

    In den vergangenen zwei Jahren hatten sich prismatische, also quaderförmige Zellen in der Autobranche durchgesetzt. Sie können enger gepackt werden als Rundzellen und sparen dadurch Kosten. Neben Tesla hat lediglich Lucid Rundzellen im Angebot.

    Für BMW ist wichtig, dass die neuen Zellen stabiler sind und direkt in der Karosserie verbaut werden können. IMAGO/Xinhua

    BMW-Produktion des i3 in Shenyang

    Für BMW ist wichtig, dass die neuen Zellen stabiler sind und direkt in der Karosserie verbaut werden können.

    Für BMW ist wichtig, dass die neuen Zellen stabiler sind und direkt in der Karosserie verbaut werden können. Davon versprechen sich die Münchner Einsparungen von 50 Prozent. Zudem soll die Leistung höher ausfallen. In der Kathode – dem Minuspol der Batterie – soll mehr Nickel enthalten sein und weniger Kobalt, die Anode – also der Pluspol – soll einen höheren Siliziumanteil haben.

    Entwicklungschef Weber sagte, die Rundzellen hätten eine um 20 Prozent höherer Energiedichte als prismatische. Zudem sinke der CO2-Ausstoß bei der Zellproduktion um bis zu 60 Prozent. Die Herstellung der neuen Hochvoltbatterie soll nur noch halb soviel kosten wie die der aktuellen Generation.

    Das E-Auto müsse für BMW „am Ende auf dem Profitabilitätsniveau eines Verbrenners sein“, sagte Weber. Um den CO2-Austoß zu senken, müssen die BMW-Partner auch recyceltes Lithium, Kobalt und Nickel einsetzen und dürfen in der Produktion nur Grünstrom verwenden.

    Energiespeicher, Antrieb und Ladetechnik der „Neuen Klasse“ sollen über eine höhere Spannung verfügen und das Laden an Gleichstrom-Schnellladestationen verbessern. Pro Minute könne dann Strom für 50 Kilometer Reichweite geladen werden, sagte Weber.

    Die Reichweite der Fahrzeuge würde sich durch die neuen Batterien um 30 Prozent erhöhen. Der bereits auf dem Markt befindliche BMW i4 kommt derzeit auf 590 Kilometer, bevor die Batterie neu geladen werden muss.

    Weber erklärte, eine Reichweite von 1000 Kilometern sei für BMW nicht erstrebenswert: „Wir sind keine Anhänger dieses Wettbewerbs. Wenn man das will, braucht man entweder ein zu kleines Auto oder zu große Batterien. Davon halten wir nichts.“

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