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21.06.2022

14:46

Elektroautobauer

Elon Musk will bis zu 3500 Stellen streichen – Warum jeder zehnte Tesla-Angestellte gehen muss

Von: Thomas Jahn

Der Tesla-Chef will vor allem Bürojobs abbauen. Bei einer Wirtschaftskonferenz äußerte er sich auch zu Twitter – vor wichtigen Geldgebern aus Katar.

Ein Thema in dem Videointerview waren auch Musks politische Überzeugungen. Bloomberg

Elon Musk beim Qatar Economic Forum

Ein Thema in dem Videointerview waren auch Musks politische Überzeugungen.

Düsseldorf Der Elektroauto-Hersteller Tesla wird in den nächsten drei Monaten drei bis 3,5 Prozent seiner Stellen streichen. Das erklärte Firmenchef Elon Musk am Dienstag bei der Wirtschaftskonferenz Qatar Economic Forum in Doha. Bei den Angestellten solle etwa jeder zehnte Job wegfallen, die Zahl der Fabrikarbeiter werde dagegen langfristig wachsen.

Von den 100.000 Tesla-Mitarbeitern sind rund ein Drittel Angestellte und zwei Drittel Arbeiter. Musk sagte: „Wir sind sehr schnell bei Bürojobs gewachsen, in manchen Bereichen zu schnell.“

Schon vor wenigen Wochen sorgte die Nachricht für Verwirrung. In einer E-Mail begründete der Tesla-CEO die Entscheidung mit einem „superschlechten Gefühl“ für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA.

Die Aktie des Autoherstellers fiel seitdem um acht Prozent. Manche Anleger interpretierten die Kürzungspläne als schwächere Nachfrage nach Elektroautos von Tesla. Musk sagte nun bei der Wirtschaftskonferenz: „Die Nachfrage nach unseren Fahrzeugen ist sehr hoch, und die Warteliste ist lang.“ Vorbörslich reagierte die Tesla-Aktie mit einem Anstieg von mehr als drei Prozent.

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    Die Arbeitnehmer in der Fahrzeugherstellung will Musk nicht kündigen. „Wir fahren die Produktion so schnell so hoch, wie es nur menschenmöglich ist“, sagte er. Insgesamt soll die Arbeitnehmerzahl sogar zunehmen. „In einem Jahr werden wir absolut gesehen mehr Angestellte und Arbeiter beschäftigen“, erklärte der Tesla-Chef.

    Tesla kämpft mit Lieferkettenproblemen

    Auch zur Konkurrenz äußerte sich der 50-Jährige in Katar: „Ich bin sehr beeindruckt von den chinesischen Autoherstellern. Sie sind extrem wettbewerbsfähig, arbeiten hart und sind smart. Es rollt eine massive Welle von chinesischen Produkten auf die Welt zu.“

    Grafik

    Insgesamt interessiere Tesla aber nicht, was die anderen Hersteller bei ihren Elektroautos tun würden. Vielmehr würde ihn die Versorgung mit Rohstoffen und die Behebung von Lieferkettenproblemen beschäftigen. Diese Probleme hinderten Tesla daran, „die Produktion hochzufahren“. Musk nannte vor allem die Batterieproduktion als „Nadelöhr“.

    Eine Prognose des Finanzdienstes Bloomberg, dass Volkswagen Tesla 2024 als größten Elektroautohersteller ablösen könnte, kommentierte Musk wortkarg mit: „Ich bin anderer Meinung.“

    Insgesamt wirkte der Tech-Milliardär auf der Videoschalte etwas unkonzentriert und zurückhaltend. Das könnte zwei Gründe haben: Musk war per Video aus den USA zugeschaltet, für ihn war es mitten in der Nacht. Zudem störte ein Echo die Übertragung.

    Ein weiterer Grund für die teilweise kurzen Antworten war, dass die Übernahme von Twitter juristisch heikel ist. Musk bekräftigte, dass er den Kurznachrichtendienst übernehmen will. Allerdings hätte das Unternehmen ihm noch nicht die Anzahl der Falsch- und Spamkonten der Nutzer übermittelt.

    Manche Beobachter bewerten das als Vorwand von Musk, den Kaufpreis von 44 Milliarden Dollar senken zu wollen. Dieser wird unter anderen auch von Katar finanziert, mit bislang 375 Millionen Dollar. Das dürfte ein Grund gewesen sein, warum Musk spät in der Nacht Fragen auf dem Qatar Economic Forum beantwortete.

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