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04.11.2016

08:13 Uhr

Evonik

Chemiekonzern leidet unter Preisverfall

Die Preise für wichtige Produkte des Spezialchemiekonzerns Evonik fallen. Das bereitet den Essenern Probleme. Trotz sinkenden Umsatzes und Gewinns übertrifft der Konzern dennoch die Erwartungen der Analysten.

„Die Verkaufspreise waren weiter rückläufig“, teilt der Konzern mit. dpa

Evonik

„Die Verkaufspreise waren weiter rückläufig“, teilt der Konzern mit.

DüsseldorfDem Spezialchemiekonzern Evonik machen Preisrückgänge für wichtige Produkte weiter zu schaffen. Der Umsatz sank im dritten Quartal um sechs Prozent auf 3,164 Milliarden Euro, der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) brach um elf Prozent auf 578 Millionen Euro ein, wie Evonik am Freitag mitteilte. „Die Verkaufspreise waren weiter rückläufig“, räumte der Konzern ein. Evonik schnitt dennoch etwas besser ab als Analysten erwartet hatten. Sie hatten mit einem Umsatz von 3,137 Milliarden Euro und einem bereinigten Ebitda von 556 Millionen Euro gerechnet.

Im Gesamtjahr erwartet Evonik trotz Steigerungen der Verkaufsmengen weiter einen leichten Rückgang beim Umsatz, 2015 hatten die Essener hier noch 13,5 Milliarden Euro erreicht. Grund sind die sinkenden Verkaufspreise: Die Kunden zahlen weniger als noch 2015 für Zusatzstoffe der Tiernahrung, die etwa in der Hühnermast zum Einsatz kommen. Das bereinigte Ebitda werde voraussichtlich die obere Hälfte der Spanne von zwei bis 2,2 Milliarden Euro erreichen, bekräftigte Evonik. Im Vorjahr waren es noch 2,465 Milliarden Euro.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Evonik will zudem mit einem milliardenschweren Zukauf seine Abhängigkeit von Zusatzstoffen für die Tiernahrung verringern, die rund ein Drittel des Umsatzes bringen. Evonik hatte im Mai angekündigt, eine Sparte des US-Konzerns Air Products zu übernehmen.

Der Konzern kommt bei der Übernahme voran: Die Wettbewerbsbehörden in den USA, in Deutschland und in den meisten europäischen Ländern hätten der Transaktion zugestimmt, teilte Evonik mit. Die Sparte produziert unter anderem Stoffe für Schäume, die in Möbeln oder Autos zum Einsatz kommen sowie Härtungsmittel für Bodenbeläge oder Schiffsbeschichtungen. Evonik bekommt mit der Übernahme auch einen stärkeren Zugriff auf den Markt in Nordamerika.

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