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02.03.2017

08:02 Uhr

Evonik

Preisdruck lässt den Gewinn sinken

Der Chemiekonzern Evonik wird durch niedrigere Preise bei wichtigen Produkten belastet. Das lässt Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Jahr sinken. 2017 soll es aber wieder besser laufen – auch dank der jüngsten Zukäufe.

Bei dem Spezialchemiekonzern schrumpften 2016 Umsatz und Gewinn. dpa

Evonik-Zentrale in Essen

Bei dem Spezialchemiekonzern schrumpften 2016 Umsatz und Gewinn.

EssenDer Chemieriese Evonik will nach deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgängen im vergangenen Jahr wieder auf Wachstum schalten. 2017 erwartet der Konzern eine Steigerung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses. Der operative Gewinn – das bereinigte Ebitda – werde voraussichtlich zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden Euro liegen, teilte Evonik am Donnerstag in Essen mit. Im vergangenen Jahr erzielte Evonik noch einen operativen Gewinn von 2,165 (Vorjahr 2,465) Milliarden Euro. Der Konzern will eine stabile Dividende von 1,15 Euro ausschütten.

Im vierten Quartal stagnierten die Erlöse bei 3,2 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebitda sank auf 437 (501) Millionen Euro. Evonik lag damit leicht über den Erwartungen: Analysten hatten einen Umsatz von 3,093 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebitda von 432 Millionen Euro erwartet.

Evonik litt im vergangenen Jahr vor allem unter dem Preisverfall von Zusatzstoffen für Tiernahrung, die etwa in der Hühnermast zum Einsatz kommen. Umsatz und Ergebnis der Sparte brachen ein, das bereinigte Ebitda sank dort 2016 etwa um 30 Prozent auf eine Milliarde Euro. Auch 2017 erwartet der Konzern „bei den Verkaufspreisen im Durchschnitt über das gesamte Produktportfolio einen leichten Rückgang“.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Milliardenschwere Zukäufe sollen den Konzern nun auf eine breitere Basis stellen. Evonik hatte im Dezember für 630 Millionen Dollar das Silica-Geschäft des US-Konzerns JM Huber übernommen. Mit dem Zukauf soll auch das Geschäft in Asien und Nordamerika ausgebaut werden. Zudem erhält Evonik Zugriff auf das Geschäft mit Stoffen für Zahnpasta, hier hat Huber eine führende Marktposition.

Evonik hatte zudem eine Sparte des US-Konzerns Air Products für rund 3,8 Milliarden Dollar gekauft. Damit erhält Evonik einen stärkeren Zugriff auf den US-Markt. Im laufenden Jahr soll das von Air Products übernommene Geschäft einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro beisteuern und zum bereinigten Ebitda rund 250 Millionen Euro beitragen, hieß es im Geschäftsbericht.

Evonik steht zudem vor einem Führungswechsel. Strategievorstand Christian Kullmann übernimmt im Mai das Ruder, der bisherige Konzernchef Klaus Engel wird dann das Unternehmen verlassen.

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Von

dpa

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