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15.03.2021

13:30

Gesamtjahresbilanz

Salzgitter kann Verlust reduzieren – Keine Dividende für 2020

Von: Kevin Knitterscheidt

Der Umsatz des Stahlkonzerns bricht im Corona-Jahr ein, für das vergangene Geschäftsjahr wird keine Dividende gezahlt. 2021 werden deutlich bessere Zahlen erwartet.

Einige Anleger nutzen die Veröffentlichung der Gesamtjahresbilanz für Gewinnmitnahmen: Die Aktien fallen um knapp zwei Prozent. dpa

Stahlwerk der Salzgitter AG

Einige Anleger nutzen die Veröffentlichung der Gesamtjahresbilanz für Gewinnmitnahmen: Die Aktien fallen um knapp zwei Prozent.

Düsseldorf Für den niedersächsischen Stahlhersteller Salzgitter endet das Corona-Jahr 2020 mit einem blauen Auge. Zwar steht unter dem Strich ein Vorsteuerverlust von 196,4 Millionen Euro, wie der Konzern am Montag bei der Vorlage der Jahreszahlen mitteilte. Doch im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung. 2019 hatte Salzgitter einen Verlust von 253,3 Millionen Euro eingefahren.

Es stehe außer Frage, dass das vergangene Jahr das Unternehmen in jeder Hinsicht gefordert hat, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann bei einer Pressekonferenz. „Nach dem Ausbruch der Pandemie sank die Nachfrage der Automobilindustrie ins Bodenlose, teilweise wurde fast gar nicht mehr produziert“, resümierte der Manager. Angesichts dieser Herausforderungen könne die Salzgitter-Belegschaft „recht zufrieden“ auf das Ergebnis blicken.

Schwer erwischt hat es vor allem das Kernsegment Flachstahl, dessen Periodenergebnis von minus 42,8 Millionen Euro im Jahr 2019 auf minus 86,8 Millionen Euro einbrach. Doch auch in anderen Bereichen hatte Salzgitter herbe Verluste zu verkraften.

So erzielte der Bereich Grobblech/Flachstahl ein negatives Ergebnis von 94,4 Millionen Euro, die Rohr-Einheit Mannesmann einen Verlust von 62 Millionen Euro. Positive Ergebnisbeiträge lieferten lediglich die Segmente Handel und Technologie, die jeweils einen Gewinn von rund 25 Millionen beziehungsweise einer Million Euro generierten.

Stabilisierend wirkt dabei auch die Beteiligung der Salzgitteraner am Hamburger Kupferkonzern Aurubis, der schon seit einiger Zeit von stark steigenden Kupferpreisen profitiert. Derzeit hält Salzgitter Anteile von knapp 30 Prozent an dem Unternehmen.

Insgesamt steuerte Aurubis über die Dividende so rund 104 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei. Salzgitter selbst will in diesem Jahr auf eine Dividende verzichten, um die Verluste durch die Pandemie auszugleichen, kündigte Fuhrmann an.

2022 wieder eine Dividende

Für das laufende Geschäftsjahr stellte der Vorstandschef ein positives Ergebnis sowie die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung im darauf folgenden Jahr in Aussicht. So soll der Umsatz von rund 7,1 Milliarden Euro auf mehr als 8,5 Milliarden Euro steigen und somit wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren. Dabei soll der Gewinn vor Steuern zwischen 150 und 200 Millionen Euro liegen.

Langfristig will Fuhrmann den Konzern auf die Produktion klimaneutralen Stahls ausrichten. Schon jetzt bietet Salzgitter sogenannten „grünen Stahl“ auf dem Markt an, bei dessen Produktion rund zwei Drittel der Emissionen gegenüber herkömmlichen Produktionsverfahren eingespart wird.

Zu den Kunden zähle etwa der Hausgerätehersteller Miele, aber auch immer mehr Autohersteller zeigten Interesse, sagte Fuhrmann. „Wir rechnen damit, dass wir 2021 bereits auf fünfstellige Tonnagen kommen werden“, so seine Prognose.

Ob das gelungen ist, wird bei der Bilanzpressekonferenz im kommenden Jahr allerdings erst Fuhrmanns Nachfolger verkünden. Denn nach zehn Jahren als Vorstandschef wird Fuhrmann ab Juli in den Ruhestand eintreten. Den Posten übernimmt Gunnar Groebler, derzeit Manager beim Energiekonzern Vattenfall.

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