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04.05.2022

09:48

Gesundheitskonzern

Fresenius rechnet mit weiteren Pandemiebelastungen

Von: Maike Telgheder

Fresenius startet mit leicht geringerem operativem Gewinn ins Jahr. Sara Hennicken wird Finanzchefin und löst ab September Rachel Empey ab.

Der Gesundheitskonzern hält an seiner Prognose fest, erwartet aber weitere Belastungen durch die Pandemie und Inflation. Reuters

Fresenius-Zentrale in Bad Homburg

Der Gesundheitskonzern hält an seiner Prognose fest, erwartet aber weitere Belastungen durch die Pandemie und Inflation.

Frankfurt Die Coronapandemie belastet den Gesundheitskonzern Fresenius weiterhin, aber auch Lieferengpässe und Kostensteigerungen machen dem Unternehmen zu schaffen. Im ersten Quartal hat der Dax-Konzern vor allem wegen negativer Auswirkungen bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care einen leicht geringeren operativen Gewinn erzielt. Während Fresenius den Umsatz von Januar bis März um acht Prozent auf 9,7 Milliarden Euro steigern konnte, schrumpfte der bereinigte operative Gewinn (Ebit) um ein Prozent auf 996 Millionen Euro.

Unter dem Strich konnte Fresenius das Konzernergebnis ohne Sondereinflüsse aber um sechs Prozent auf 462 Millionen Euro steigern. Auch deshalb, weil sich die Krankenhaustochter Helios und die Medikamenten-Sparte Kabi laut Konzernchef Stephan Sturm besser als zunächst erwartet entwickelt haben. Sondereinflüsse wie Kosten für ein Effizienzprogramm sind dabei herausgerechnet. Inklusive dieser Effekte schrumpfte das Ergebnis allerdings um fünf Prozent auf 413 Millionen Euro.

Fresenius bestätigte den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr und erwartet weiterhin einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Konzernergebnis soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen.

An der Börse kamen die Nachrichten zu Fresenius an: Die Aktie legte am Mittwochmorgen um 1,3 Prozent zu. Die Titel von Fresenius Medical Care büßten dagegen mehr als 2,6 Prozent ein.

Im Fresenius-Management gibt es Veränderungen: Bereits am späten Dienstagabend hatte die Gruppe bekannt gegeben, dass die erfahrene Medizintechnik-Managerin Carla Kriwet, 51, die Dialysetochter Fresenius Medical Care ab Januar kommenden Jahres führen wird. Sie löst den langjährigen CEO Rice Powell, 66, ab, der die Altersgrenze erreicht.

Im Fresenius-Vorstand wird Sara Hennicken, 41, ab September dieses Jahres neue Finanzvorständin von Fresenius. Sie löst in dieser Funktion Rachel Empey, 45, ab, die das Unternehmen Ende August auf eigenen Wunsch verlassen wird, wie es in der Mitteilung heißt.

Hennicken wurde 2019 von Empey zu Fresenius geholt, die derzeit Bereichsleiterin Global Treasury & Corporate Finance von Fresenius ist. Zuvor hatte sie 14 Jahre im Investmentbanking gearbeitet, davon neun Jahre für die Deutsche Bank. Sara Hennicken studierte Ökonomie und Volkswirtschaftslehre in Deutschland und den USA.

Inflation und Lieferprobleme belasten Fresenius

Fresenius erwartet für das laufende Jahr weiter belastende Effekte durch die Covid-19-Pandemie. Das Unternehmen rechnet jedoch damit, dass die Anzahl der Covid-19-Fälle von jetzt an rückläufig sein wird und sich damit auch die Anzahl der planbaren Behandlungen sowie die Verfügbarkeit von Personal verbessert.

Auch der Krieg in der Ukraine belastet die Geschäfte. Im ersten Quartal beliefen sich die negativen Auswirkungen beim Konzernergebnis auf 14 Millionen Euro. Sie werden von Fresenius aber als Sondereinfluss behandelt. Wegen der erhöhten Unsicherheit und Volatilität im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg rechnet Fresenius im Geschäftsjahr 2022 nun mit ausgeprägteren Belastungen durch Kosteninflation und Lieferkettenengpässe.

Auch bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care wirkte sich der Ukrainekrieg negativ auf das Ergebnis aus. Aber vor allem machte die durch die Omikron-Welle verschärfte Pandemielage dem Dialysekonzern zu schaffen. Wegen Sonderschichten des Personals und Isoliermaßnahmen stiegen die Kosten. Weiterhin sterben überproportional viele Dialyse-Patienten.

Insgesamt konnte Fresenius Medical Care seinen Umsatz auch dank stark positiver Währungseffekte um acht Prozent auf 4,5 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis schrumpfte allerdings um 20 Prozent auf 200 Millionen Euro. Die Auswirkungen des Ukrainekriegs, die als Sondereffekte gerechnet werden, sind hierbei nicht berücksichtigt. Werden alle Sondereffekte eingerechnet, schrumpfte das FMC-Ergebnis um 37 Prozent auf 157 Millionen Euro.

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