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29.04.2014

13:07 Uhr

Grafitspezialist

SGL startet mit roten Zahlen ins Jahr

Das Geschäft mit Graphitelektroden schadet der ohnehin angeschlagenen SGL noch mehr: Der Konzern verzeichnet für das erste Quartal einen deutlichen Verlust. Gute Aussichten werden auch weiterhin nicht erwartet.

Der Grafitspezialist SGL erwartet nach schlechten Quartalszahlen einen weiteren Umsatzabstieg für das gesamte Jahr. dpa

Der Grafitspezialist SGL erwartet nach schlechten Quartalszahlen einen weiteren Umsatzabstieg für das gesamte Jahr.

DüsseldorfDer Preisverfall im Kerngeschäft mit Graphitelektroden für die Stahlindustrie setzt der angeschlagenen SGL Group schwer zu. Nach einem schwachen ersten Quartal rechnet der Wiesbadener Konzern im Gesamtjahr nicht nur netto sondern auch beim bereinigten operativen Ergebnis mit einem Verlust. Ein Konzernsprecher kündigte am Dienstag an, das Betriebsergebnis (Ebit) vor Restrukturierungskosten werde 2014 „negativ ausfallen.“ Zunächst hatte SGL lediglich erklärt, das Betriebsergebnis werde „deutlich“ unter dem des Vorjahreswert von 19,5 Millionen Euro liegen. Von Januar bis März war ein bereinigter Betriebsverlust von 2,3 Millionen Euro angefallen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 13,6 Millionen Euro zu Buche stand.

Die im Nebenwertindex MDax notierte SGL-Aktie stieg trotz des Quartalsverlusts um 0,8 Prozent auf 23 Euro. Allerdings hatten Analysten für das erste Quartal auch mit einem mehr als doppelt so hohen bereinigten Betriebsverlust von gut fünf Millionen Euro gerechnet. Und auch für das Gesamtjahr hatten sie SGL bereits keinen bereinigten Betriebsgewinn mehr zugetraut, sondern ein Minus von 11,6 Millionen Euro prognostiziert.

Um das Ruder herumzureißen, setzt Vorstandschef Jürgen Köhler auf Kosteneinsparungen, die sich bis Ende 2015 auf 150 Millionen Euro summieren sollen. „Wir haben die Strukturen verschlankt sowie viele Prozesse optimiert“, erklärte er. Damit sei es im ersten Quartal gelungen, weitere 14 Millionen Euro einzusparen. Im Gesamtjahr sollen es wie im Vorjahr rund 69 Millionen Euro sein. Allerdings rechnet Köhler auch mit weiteren Sanierungskosten in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrages.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

In den ersten drei Monaten sanken die Erlöse um 15 Prozent auf 336,3 Millionen Euro. Netto stieg der Fehlbetrag auf knapp 23 (Vorjahr: minus 9,4) Millionen Euro. Im vergangenen Jahr, das Köhler als „das katastrophalste Jahr in der SGL-Geschichte“ bezeichnet hatte, hatte sich ein Nettoverlust von 396,4 Millionen Euro aufgetürmt.

SGL war 2013 wegen des harten Preiskampfs beim wichtigsten Produkt Graphitelektroden und einer schwache Nachfrage nach Spezialgraphiten massiv unter die Räder geraten. Die Aktionäre mussten auf eine Dividende verzichten. Das Unternehmen brachte ein Sparprogramm auf den Weg, das Werksschließungen in Kanada und Italien vorsieht sowie Stellenstreichungen. 300 Arbeitsplätze sollen wegfallen – die Hälfte davon in Deutschland. Weitere Werke stehen auf dem Prüfstand.

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rtr

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