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22.05.2014

15:57 Uhr

Hauptversammlung bei Lanxess

Neuer Chef, alte Probleme

VonBastian Benrath

Mit neuem Vorstandschef will Lanxess zurück in die Gewinnzone. Auf der Hauptversammlung kündigte Zachert zwar Sanierungen an, genaue Pläne verrät er aber nicht. Nun droht auch noch ein Rechtsstreit mit seinem Vorgänger.

Der Lanxess-Vorstandsvorsitzende Matthias Zachert bei seiner Rede am Donnerstag in Köln. dpa

Der Lanxess-Vorstandsvorsitzende Matthias Zachert bei seiner Rede am Donnerstag in Köln.

KölnAufsichtsratschef Rolf Stomberg übergab ihm das Wort eher förmlich, der Applaus nach seiner Rede war verhalten: Lanxess ist mit seinem neuen Vorstandsvorsitzenden noch nicht ganz warm geworden. Matthias Zachert stellte sich den Aktionären mit der Sachlichkeit eines Finanzexperten – kein Wunder, er war schließlich sieben Jahre lang Finanzvorstand des Kölner Chemieunternehmens. Nach einer auswärtigen Station kehrte er im April dieses Jahres zurück – als Vorstandschef.

Zachert hat sich nicht gerade die beste Zeit für die Nachfolge des bisherigen Vorstandschefs Axel Heitmann ausgesucht. Lanxess steckt in der Krise. Der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk für die Reifen- und Autoindustrie rutschte 2013 durch die Absatzkrise in der Autobranche und den Preisverfall auf den Kautschukmärkten in die roten Zahlen. Insgesamt verzeichnete Lanxess 2013 einen Verlust von 159 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern noch ein Plus von 508 Millionen Euro erzielt.

Zachert hat deshalb unmittelbar nach seinem Amtsantritt umfassende Umstrukturierungen angestoßen. „Die gegenwärtige Schwächephase müssen wir dazu nutzen, um uns neu auszurichten“, sagte er am Donnerstag vor den Aktionären.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Zunächst will er deshalb die Investitionen senken. Bislang investiere Lanxess zwischen sieben und acht Prozent seines Umsatzes, sagte Zachert. Insbesondere bereits im Bau befindliche Anlagen in China und Singapur belasteten die Bilanz. Zudem brachte er Betriebsschließungen ins Gespräch. „Wir analysieren die Profitabilität aller Produktionsstandorte“, zeitweise oder dauerhafte Stilllegungen seien möglich. Stattdessen will sich Lanxess künftig auch Partnerschaften öffnen. „Marketing-, Produktions- und Vertriebsallianzen“ seien möglich, so Zachert.

Mit weiteren Details hielt er sich zurück, diese sollen bis Ende des Jahres folgen. Auch auf Nachfragen der Aktionärsvertreter reagierte er verschlossen. „Über welche Partner sprechen wir hier?“, fragte etwa Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Das stünde noch nicht fest, man sei in alle Richtungen offen, antwortete Zachert sachlich-ausweichend.

Es wird für ihn nun darum gehen, bald Ergebnisse vorzulegen. Der Vertreter der Fondsgesellschaft Deutsche Asset und Wealth-Management brachte es auf den Punkt: „Herr Zachert, wir begrüßen Ihre ersten Schritte, erwarten jetzt aber auch weitere Fortschritte.“

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Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.05.2014, 19:47 Uhr

Manager soll verzichten? Dies wäre das Erste Mal, nach meinem Kenntnisstand und bring mein Weltbild ins wanken.

Account gelöscht!

26.05.2014, 08:05 Uhr

Also mich würde mal etwas ganz anderes interessieren: Aus den Berichterstattungen zum Thema "Villenumbau" geht hervor, das Herr Heitmann von Fachleuten, u. a. seinem Leiter Konzernsicherheit beraten wurde. Wer zieht denn diesen Herrn zur Verantwortung? Bei entsprechend kompetenter Beratung wären die Kosten mit Sicherheit nicht so hoch gewesen. Außerdem müssen die Rechnungen meines Wissens nach, gegengezeichnet werden?? Sollte hier der Leiter Konzernsicherheit seine Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen haben?????

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