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23.04.2014

17:31 Uhr

Hohe Kunststoffpreise

Dow Chemical legt Gewinnsprung hin

Der amerikanische Chemieriese Dow Chemical verbucht im ersten Quartal dank steigender Kunststoffpreise eine kräftige Gewinnsteigerung. Die Überschüsse eines nationalen Konkurrenten brachen in der gleichen Zeit ein.

Anlage für Spezialklebstoffe von Dau in Schkopau: Das Chemieunternehmen macht im ersten Quartal hohe Gewinne. dpa

Anlage für Spezialklebstoffe von Dau in Schkopau: Das Chemieunternehmen macht im ersten Quartal hohe Gewinne.

BangaloreAmerikas größter Chemiekonzern Dow Chemical erntet die Früchte seines Sparkurses und seiner stärkeren Ausrichtung auf weniger schwankungsanfällige Geschäfte. Der BASF-Rivale aus Midland im US-Bundesstaat Michigan baute seinen Gewinn im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 75 Prozent auf 964 Millionen Dollar aus, wie Dow Chemical am Mittwoch mitteilte. Dabei profitierte der Chemieriese unter anderem von höheren Preisen für seine Kunststoffe.

Konzerchef Andrew Liveris meldete für fast alle Sparten gestiegene Gewinnmargen im Auftaktquartal. An der Börse kam das Zahlenwerk gut an: Die Dow-Aktie gewann mehr als zwei Prozent auf 49,99 Dollar.

Dow Chemical steckt mitten in einem Umbauprozess. Der Konzern will sich künftig stärker auf seine Kerngeschäfte mit Chemikalien für die Elektronikbranche, die Landwirtschaft und Verpackungsindustrie konzentrieren. Dabei steht Dow auch unter dem Druck des Hedgefonds-Managers Daniel Loeb, der das Unternehmen auf die Spezialchemie ausrichten will und einen Verkauf der gesamten Petrochemie-Sparte fordert.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Dieses Basischemie-Geschäft ist zwar lukrativ, hat aber geringe Wachstumsraten. Konzernchef Liveris lehnt eine solche radikale Aufspaltung aber ab. Stattdessen will Liveris bis Ende 2015 Randgeschäfte für 4,5 bis 6,0 Milliarden Dollar verkaufen.

Seinen Konzernumsatz baute der Dow Chemical im ersten Quartal um 0,5 Prozent auf 14,46 Milliarden Dollar aus. Das Unternehmen kämpfte im Auftaktquartal mit steigenden Rohstoff- und Energiekosten - sie nahmen binnen Jahresfrist um mehr als 300 Millionen Dollar zu. Zum weiteren Jahresverlauf äußerte sich Dow-Chef Liveris eher vorsichtig. „Nach vorne schauend erwarten wir ein globales Geschäftsumfeld mit weiterhin langsamem Wachstum und Schwankungen“, sagte der Manager. Schritte zur Margenverbesserung würden sich aber weiter auszahlen. Dow hatte Ende 2012 rund fünf Prozent seiner Stellen gestrichen und weltweit 20 Werke geschlossen.

In der vergangenen Woche hatte der US-Konkurrent Du Pont über einen herben Gewinneinbruch im ersten Quartal berichtet. Branchenprimus BASF will am 2. Mai über seine Geschäfte in den Monaten Januar bis März informieren.

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Von

rtr

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