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01.03.2019

10:30

Industrie

Rüstungsaufträge brechen Rekorde bei Rheinmetall

Von: Kevin Knitterscheidt

Die Nachfrage nach Rüstung wächst – davon profitiert Rheinmetall. Die Wehrtechniksparte verdoppelte fast ihre Aufträge. Erfolgreich auch: das Autozuliefergeschäft.

Vor allem die Rüstungssparte des Konzerns füllt die Auftragsbücher. dpa

Rheinmetall

Vor allem die Rüstungssparte des Konzerns füllt die Auftragsbücher.

DüsseldorfMehr Aufträge, mehr Umsatz, mehr Gewinn: Der Industriekonzern Rheinmetall schließt das vergangene Jahr mit einem Rekordergebnis ab. Sowohl im Autozuliefergeschäft als auch in der Wehrtechnik verbuchten die Düsseldorfer deutliche Zuwächse. Das zeigen die vorläufigen Jahresergebnisse, die Rheinmetall am Freitagmorgen veröffentlicht hat.

Insgesamt stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhte sich auch die Produktivität: Bereinigt um Sondereffekte konnte Vorstandschef Armin Papperger das Ergebnis vor Steuern und Investitionen (Ebit) sogar um 23 Prozent auf 492 Millionen Euro steigern.

Papperger lobte, Rheinmetall habe im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen „gesunden Wachstumskurs“ fortgesetzt. „Wir sehen uns sehr gut aufgestellt, um mit unseren Themen Mobilität und Sicherheit in den weltweiten Wachstumsmärkten erfolgreich zu sein und das Geschäftsvolumen weiter zu steigern“, so der Manager.

Beachtlich ist dabei vor allem das Wachstum der Automobilsparte, nachdem die Branche im vergangenen Jahr mit deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen zu kämpfen hatte. Rheinmetall fertigt dabei unter anderem Kolben für Motoren, Zylinderköpfe sowie Magnetventile und Abgasrückführungssysteme.

Gegen den Markttrend wuchs das Geschäft um 2,4 Prozent auf einen neuen Umsatzrekord von 2,9 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurse wuchs Rheinmetall Automotive sogar um 4,2 Prozent. Dabei erzielte die Sparte einen Betriebsgewinn von 262 Millionen Euro, was einer operativen Marge von 8,9 Prozent entspricht (Vorjahr: 8,7 Prozent).

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„Im Automobilbereich sind wir den internationalen Herstellern mehr denn je ein wichtiger Partner, um die Modernisierung der Antriebstechnologien voranzutreiben“, erklärte Papperger. Das gelte „sowohl für konventionelle Antriebe als auch die Elektromobilität“.

Doch nicht nur bei Umsatz und Gewinn, auch beim Auftragseingang fuhr Rheinmetall im vergangenen Jahr konzernübergreifend ein deutlich verbessertes Ergebnis ein. So legte der Auftragsbestand für beide Sparten im Vergleich zum Vorjahreswert um fast ein Drittel auf nunmehr rund 9,1 Milliarden Euro zu – ein neuer Rekord für die Düsseldorfer.

Großaufträge aus Deutschland und Australien

Ein Großteil entfällt dabei auf die Wehrtechniksparte, die zwischen Januar und Dezember 88 Prozent mehr Aufträge verbuchen konnte als im Vorjahr. Mit einem Auftragseingang von rund 5,6 Milliarden Euro bricht Rheinmetall hier seinen eigenen Rekord (Vorjahr: knapp drei Milliarden Euro).

Die guten Zahlen erklärte Papperger dabei vor allem mit einer weltweit deutlich gestiegenen Nachfrage nach Rüstungsgütern. „Wir sind hier bestens positioniert, um den wachsenden Bedarf der Streitkräfte mit unseren Produkten und Dienstleistungen zu bedienen“, so der Vorstandschef.

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So bestellten zuletzt etwa die australischen Streitkräfte mehr als 200 Panzer und mehr als 1.000 Lastwagen bei Rheinmetall. Auch die Bundeswehr erteilte im Dezember einen Großauftrag über 32 Schwerlasttransporter, der eine Option auf 105 weitere Fahrzeuge enthält. Möglicher Gesamtauftragswert: 122 Millionen Euro.

Auch beim Gewinn konnte Rheinmetall Defence im vergangenen Jahr deutlich zulegen. Bereinigt um Sondereffekte erzielte der Konzern hier ein Betriebsergebnis von 254 Millionen Euro – ein Zuwachs von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die operative Marge beträgt damit 7,9 Prozent.

An der Börse wurden die Zahlen mit Euphorie aufgenommen. Zeitweise legte das Papier in den ersten Handelsminuten um acht Prozent auf mehr als 102 Euro je Aktie zu.

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