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01.08.2019

09:37

„Ein robuster Mobilitätssektor und eine konsequente Abarbeitung von Projekten werden uns helfen, unsere Ziele für das Geschäftsjahr zu erreichen.“ Reuters

Siemens-Chef Joe Kaeser

„Ein robuster Mobilitätssektor und eine konsequente Abarbeitung von Projekten werden uns helfen, unsere Ziele für das Geschäftsjahr zu erreichen.“

München Mitten im Umbau hat Siemens die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 vorgelegt. Insgesamt laufen die Geschäfte weiter ordentlich. Dennoch kommen die Zahlen schlecht bei den Anlegern an: Zum Handelsstart notiert das Papier des Konzerns fast 4,7 Prozent im Minus. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

  • Der Umsatz stieg im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent von knapp 20,5 auf 21,3 Milliarden Euro. Damit lag Siemens im Rahmen der Analystenerwartungen. Beim Konkurrenten General Electric sanken die Erlöse im zweiten Kalenderquartal leicht auf 28,8 Milliarden Dollar. Der Schweizer ABB-Konzern verzeichnete ein Umsatzplus von vergleichbar zwei Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.
  • Auch für die kommenden Quartale kann Siemens auf Wachstum hoffen. Denn der Auftragseingang stieg im dritten Quartal kräftig um sechs Prozent auf 24,5 Milliarden Euro. Damit lagen die neuen Bestellungen über dem Umsatz.
  • Der Nettogewinn sank leicht von 1,2 auf 1,1 Milliarden Euro. Wichtiger für die Steuerung von Siemens ist noch das operative Ergebnis der Industriegeschäfte. Es sank etwas stärker als von manchen Analysten erwartet um zwölf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Das entsprach einer operativen Umsatzrendite von nur noch 9,6 Prozent. General Electric hatte vor allem wegen hoher Sonderkosten durch das Flugverbots für die 737 Max von Boeing einen Quartalsverlust von 291 Millionen Dollar verbucht. ABB musste wegen Sonderbelastungen für den geplanten Ausstieg aus dem Solarwechselrichtergeschäft einen Gewinneinbruch um mehr als 90 Prozent auf 64 Millionen Dollar hinnehmen.

Das fällt positiv auf

Die Bahntechnik ist weiter gut unterwegs. Zwar sanken die Umsätze bei Mobility im dritten Quartal leicht auf 2,1 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte aber um 18 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro zu. Die operative Umsatzrendite verbesserte sich von 9,0 auf 10,4 Prozent. Die sogenannten Portfolio Companies, also schwächelnde Randgeschäfte, verbesserten den Umsatz und verringerten den Verlust.

Das fällt negativ auf

In der Vorzeigesparte Digitale Industrien sanken Umsatz und Auftragseingang leicht. Das operative Ergebnis sank sogar um mehr als ein Viertel auf 556 Millionen Euro. Das entsprach einer Marge von nur noch 14,3 Prozent nach 19,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen hat viele frühzyklische Geschäfte, die als Konjunkturindikator gelten. Auch in der kriselnden Kraftwerkseinheit „Gas and Power“ sank der operative Gewinn nochmals um 37 Prozent auf 156 Millionen Euro. Das entsprach nur noch einer Marge von 3,6 Prozent.

So geht es weiter

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Siemens. Der Umsatz soll moderat steigen. Die operative Umsatzrendite soll in der unteren Hälfte der angekündigten Bandbreite von 11,0 bis 12,0 Prozent liegen.

Wichtiger noch ist der weitere Konzernumbau. Im kommenden Jahr will Siemens die Energiesparte, die 40 Prozent der Umsätze beisteuert, abspalten und an die Börse bringen. In Industriekreisen wird erwartet, dass im Herbst entschieden wird, wer den neuen Konzern führen soll.

Als Favorit gilt derzeit Vorstand Michael Sen, der für Siemens Gamesa und die Healthineers zuständig ist und früher unter anderem Finanzvorstand bei Eon war. Bereits am Mittwochabend hatte der Aufsichtsrat weitere wichtige personelle Weichen gestellt: Der Vertrag mit Cedric Neike, der den Bereich Intelligente Infrastruktur verantwortet, wurde verlängert. Dagegen wird Personalchefin Janina Kugel, wie vom Handelsblatt vorab berichtet, den Konzern verlassen.

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