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02.09.2014

12:26 Uhr

Jahresziele gesenkt

Chemiebranche gerät ins Stottern

Die Spannungen in der Ukraine und anderen Teilen der Welt bremsen die deutsche Konjunktur. Nach den Maschinenbauern hat nun auch die Chemiebranche ihre Wachstumsprognose für 2014 gesenkt.

VCI-Präsident und Merck-Chef Karl Ludwig Kley. dapd

VCI-Präsident und Merck-Chef Karl Ludwig Kley.

FrankfurtDie durch politische Krisen verursachte Wirtschaftsflaute hat die deutsche Chemie-Industrie im zweiten Quartal gebremst. Die Produktion ging um 2,3 Prozent zurück, der Umsatz um 1,2 Prozent. Trotz der Hoffnung auf eine leichte Belebung im zweiten Halbjahr senkte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag seine Prognosen für 2014.

Nach dem Maschinenbau senkt damit eine weitere deutsche Schlüsselindustrie die Wachstumserwartungen. „Wegen der jüngsten Konjunktureintrübung rechnet der VCI für 2014 nur noch mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 1,5 Prozent“, teilte der Verband am Dienstag in Frankfurt mit.

Der Umsatz der Unternehmen werde voraussichtlich um 1 Prozent auf 192,5 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte die Branche ein Produktionsplus von 2 Prozent und einen Umsatzanstieg um 1,5 Prozent vorhergesagt.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Im Vergleich zum Vorquartal sank die Produktion in Deutschlands drittgrößtem Industriezweig von April bis Juni um 2,3 Prozent. Der Umsatz ging saisonbereinigt um 1,2 Prozent auf 45,8 Milliarden Euro zurück. „Insbesondere das Inlandsgeschäft der Chemie fiel schwächer aus, weil viele industrielle Kunden ihre Produktion drosselten. Sie reagierten damit auf geopolitische Risiken und bestellten weniger Chemikalien“, erklärte der VCI.

Zudem sanken die Auslandsumsätze wegen der zögerlichen Erholung der europäischen Wirtschaft ein weiteres Mal leicht. VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley sagte: „Die deutsche Chemie musste im zweiten Quartal einen konjunkturellen Dämpfer hinnehmen. Wir rechnen aber für das zweite Halbjahr wieder mit einer leichten Belebung der Nachfrage, wenn sich die geopolitische Lage nicht weiter zuspitzt.“

Auf die Beschäftigung wirkte sich die Flaute bisher nicht aus. Im Gegenteil: Die Industrie beschäftigt nach den Angaben aktuell 442 000 Mitarbeiter und damit 1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hatte bereits Ende Juli die Wachstumsaussichten für 2014 von drei auf ein Prozent gesenkt.

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Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.09.2014, 13:03 Uhr

Das EEG lässt grüßen und mit ihm die Ethik-Energiewende Kanzlerin.
Irgendwann ist halt die EE-Party zu ende und die Grün-Sozialistsiche Ideologie einer Energiewende/Energieeinspar Wirtschaft (chemische Dämmstoffe usw.) geht ihren Ende entgegen. Der Kader wird sehr sehr stark ausfallen.

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