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07.05.2014

20:50 Uhr

Kapitalspritze für Umbau

Lanxess will schlanker und rentabler werden

Lanxess beschafft sich frisches Kapital. Damit sollen die anstehende Restrukturierungsmaßnahmen des neuen Chefs Matthias Zacher finanziert und die Finanzposition des Chemieriesen gestärkt werden.

„Wir müssen wieder deutlich wettbewerbsfähiger und profitabler werden“, fordert Vorstandschef Matthias Zachert. dpa

„Wir müssen wieder deutlich wettbewerbsfähiger und profitabler werden“, fordert Vorstandschef Matthias Zachert.

FrankfurtDer neue Lanxess -Chef Matthias Zachert trimmt den Chemiekonzern auf Rendite. Zachert prüft die Stilllegung unrentabler Anlagen und erwägt Partnerschaften zur Stärkung des wichtigen Kautschukgeschäfts. „Wir müssen wieder deutlich wettbewerbsfähiger und profitabler werden“, forderte der erst seit wenigen Wochen amtierende Lanxess-Chef am Mittwoch. „Vor uns liegt ein langer und schwieriger Weg“, sagte Zachert am Abend in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Da für den Umbau zu wenig Geld in der Kasse ist, bittet Zachert Investoren um mehr als 400 Millionen Euro frisches Kapital. Dazu will das Kölner Unternehmen über Nacht 8,32 Millionen Aktien bei Anlegern platzieren. Mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung solle die anstehende Sanierung finanziert und das Rating verbessert oder zumindest erhalten werden. Nach dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch ist das Paket 445 Millionen Euro wert. Nachbörslich brach der Kurs allerdings um drei Prozent ein.

Die Profitabilität aller Standorte werde analysiert, dabei könnten auch Anlagen zeitweise oder dauerhaft geschlossen werden, kündigte Zachert an. Weitere Details zur Neuausrichtung sollen voraussichtlich im zweiten Halbjahr veröffentlicht werden. Der Lanxess-Chef räumte ein, dass es zwei bis drei Jahre dauern werde, bis die Trendwende geschafft sei.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk für die Auto- und Reifenindustrie. Der Preisverfall auf den Kautschukmärkten und die Absatzkrise der Autobranche in vielen Ländern Europas setzten dem Dax-Konzern zuletzt schwer zu. Zacherts Vorgänger, dem langjährigen Vorstandschef Axel Heitmann, war es nicht gelungen, die starke Abhängigkeit des Konzerns vom Geschäft mit der Auto- und Reifenbranche zu reduzieren. Nun erwägt Zachert Produktions- und Marketingallianzen im Kautschukgeschäfte. Zukäufe oder Fusionen ständen derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Im ersten Quartal steigerte der Konzern den um Sondereinflüssen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um fast 18 Prozent auf 205 Millionen Euro. Analysten hatten mit 201 Millionen Euro einen Tick weniger erwartet. Der Umsatz fiel dagegen um 2,5 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Zwar konnte der Konzern seinen Absatz in allen Bereichen steigern. Lanxess machten aber niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte zu schaffen.

Für das zweite Quartal prognostizierte der Vorstand ein Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Im Gesamtjahr soll sich das Ebitda auf 770 bis 830 (2013: 735) Millionen Euro erhöhen. Bislang hatte Lanxess lediglich ein "leicht verbessertes" Ebitda vor Sondereinflüssen in Aussicht gestellt.

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rtr

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