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06.01.2014

10:31 Uhr

Kartellamt stimmt zu

Bayer darf Algeta übernehmen

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern darf sich Algeta, einen Krebsspezialisten aus Oslo, schnappen. Das Bundeskartellamt hat keine Bedenken gegen eine Übernahme. Eine Hürde gibt es noch für das Milliardengeschäft.

Bayer schnappt sich Algeta: Beide Unternehmen arbeiten bereits seit einigen Jahren in der Krebsmedizin zusammen. dpa

Bayer schnappt sich Algeta: Beide Unternehmen arbeiten bereits seit einigen Jahren in der Krebsmedizin zusammen.

FrankfurtDas Bundeskartellamt hat Bayer den Weg für die geplante milliardenschwere Übernahme der norwegischen Pharmafirma Algeta frei gemacht. Die Bonner Behörde habe den Plänen ohne Auflagen zugestimmt, sagte ein Sprecher des Kartellamts am Montag. Diese Freigabe war eine der wesentlichen Bedingungen für die Bayer-Offerte. Auch die Börse in Oslo muss dem Prospekt noch zustimmen. Danach soll Algeta zufolge das Übernahmeangebot an die Aktionäre veröffentlich werden, womit noch im Januar gerechnet wird.

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern bietet für den Krebsspezialisten aus Oslo rund 1,9 Milliarden Euro. Die Algeta-Aktionäre sollen 362 Kronen je Aktie in bar - umgerechnet rund 43 Euro - erhalten. Das Management von Algeta hatte der Offerte bereits einstimmig zugestimmt und den Anteilseignern empfohlen, das Angebot anzunehmen. Der Angebotspreis liegt 37 Prozent über dem Schlusskurs vom 25. November, dem Tag bevor die Nordeuropäer das Angebot von Bayer erhalten hatten.

Beide Unternehmen arbeiten bereits seit einigen Jahren in der Krebsmedizin zusammen. Seit 2009 kooperieren sie bei dem Prostatakrebsmittel Xofigo, einem der fünf wichtigsten neuen Arzneien von Bayer. Konzernchef Marijn Dekkers traut Xofigo - alle Behandlungsgebiete zusammengenommen - mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. Klappt die Übernahme von Algeta würde Bayer die volle Kontrolle über das Medikament erhalten und könnte dann sämtliche Einnahmen für sich buchen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Erst unlängst wurde die Arznei in Europa zur Behandlung von Prostatakrebs-Patienten mit Knochenmetastasen zugelassen. In den USA vertreiben Algeta und Bayer das Medikament gemeinsam, die Norweger erhalten die Hälfte der Einnahmen. Außerhalb der USA bekommt Algeta erfolgsabhängige Zahlungen und wird von Bayer an den Umsätzen in zweistelliger Prozenthöhe beteiligt.

Algeta hat zudem weitere Krebswirkstoffe in der Hinterhand, die auf der radioaktiven Substanz Thorium 227 basieren. Hierbei kooperieren die Norweger unter anderem mit dem französischen Pharmariesen Sanofi und mit der belgischen Biotechfirma Ablynx. Thorium 227 ist eine nach dem nordischen Donnergott Thor benannte Substanz, die wie der Xofigo-Wirkstoff radioaktive Alpha-Strahlung abgibt und auf diese Weise Krebszellen bekämpft.

Von

rtr

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