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27.02.2014

14:35 Uhr

Kunststoffhersteller

Styrolution wird vorsichtiger

Das Gemeinschaftsunternehmen von BASF und Ineos hat 2013 von seinem Sparkurs profitiert: Der Gewinn ist um fast ein Drittel geklettert. Doch jetzt sind Einkauf und Vertrieb umgebaut – das Umfeld aber bleibt hart.

Die Wurzeln von Styrolution: Der Konzern entstand 2011 durch Zusammenlegung von Geschäften des BASF-Konzerns und des in der Schweiz ansässigen Chemieriesen Ineos. dpa

Die Wurzeln von Styrolution: Der Konzern entstand 2011 durch Zusammenlegung von Geschäften des BASF-Konzerns und des in der Schweiz ansässigen Chemieriesen Ineos.

FrankfurtNach einem Gewinnsprung schaltet der Kunststoffhersteller Styrolution in diesem Jahr einen Gang zurück. Der Frankfurter Konzern erntete 2013 noch die Früchte seines Sparkurses. Doch nun sind Einkauf und Vertrieb umgebaut, die noch ausstehenden Spareffekte werden geringer, wie das Gemeinschaftsunternehmen der beiden Chemieriesen BASF und Ineos am Donnerstag mitteilte. Das Umfeld sei unverändert hart.

„Der Markt ist und bleibt schwierig. Unsere Aufgabe bei Styrolution wird es sein, uns als Marktführer zu behaupten“, sagte Konzernchef Roberto Gualdoni. Styrolution stellte für 2014 einen leichten Anstieg des operativen Gewinns (Ebitda) in Aussicht.

Der vor allem auf Basiskunststoffe wie Polystyrol ausgerichtete Konzern entstand 2011 durch Zusammenlegung von Geschäften des BASF-Konzerns und des in der Schweiz ansässigen Chemieriesen Ineos. Die Unternehmen halten jeweils die Hälfte der Anteile. Styrolution ist der weltweit größte Hersteller von Styrolplastik, einem Basiskunststoff, der in der Autobranche, in Haushaltsgeräten, in der Elektro-Industrie und in Spielzeug wie etwa Playmobil-Figuren eingesetzt wird. Styrolution betreibt aktuell mit 3.200 Beschäftigten 17 Produktionen in zehn Ländern.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Im vergangenen Jahr baute der Konzern seinen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) um fast ein Drittel auf 442 Millionen Euro aus. Der Überschuss kletterte auf 115 Millionen Euro nach 50 Millionen Euro im Jahr 2012. Dabei profitierte das Unternehmen von seinem Sparkurs, der ihm bis Ende 2013 rund 190 Millionen Euro einbrachte - Ziel sind Einsparungen von 200 Millionen Euro im Jahr.

Zu dem Gewinnschub trug auch ein besseres Amerikageschäft und eine höhere Anlagenauslastung in Europa bei. Styrolution hatte Ende 2012 ein Polystyrol-Werk in Marl geschlossen. Sein Geschäft mit Spezialkunststoffen, das höhere Renditen abwirft, baute das Unternehmen weiter aus. Der Konzernumsatz sank 2013 um 2,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.

Seine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) will Styrolution weiter verbessern. „Unser Ziel ist es, auf zehn Prozent plus zu kommen“, sagte Konzernchef Gualdoni. Das soll bis spätestens 2020 erreicht werden. Im vergangenen Jahr lag die Ebitda-Marge bei rund acht Prozent - zum Firmenstart waren es rund vier Prozent gewesen.

Die Position in den Schwellenländern will Gualdoni ausbauen. Dabei hat der Konzernchef auch China im Blick - bislang ein weißer Fleck für Styrolution. „Man muss den richtigen Zeitpunkt finden, um in China einzusteigen“, sagte Gualdoni. Wann das sein werde, sagte er nicht. Der chinesische Kunststoff-Markt gilt als hart umkämpft, der Aufbau einer Produktion würde mehrere 100 Millionen Euro an Investitionen verschlingen.

Von

rtr

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