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07.01.2016

19:40 Uhr

Linde-Tochter Gist

Logistik-Verkauf soll 810 Millionen Euro bringen

Gist soll unter den Hammer. Der Mutterkonzern Linde zählt den Kühllogistiker nicht mehr zum Kerngeschäft und will verkaufen. Schon Ende Januar sollen die ersten Informationsprospekte an Interessenten verschickt werden.

Als Interessenten für die Kühllogistik-Tochter von Linde gelten die Deutsche Post, UPS, Imperial und einige Finanzinvestoren. dpa

Gist im Schaufenster

Als Interessenten für die Kühllogistik-Tochter von Linde gelten die Deutsche Post, UPS, Imperial und einige Finanzinvestoren.

Frankfurt/LondonDer Industriegaskonzern Linde bringt den Verkauf seiner Kühllogistik-Tochter Gist auf den Weg. Die Münchner hätten die US-Investmentbank Morgan Stanley damit beauftragt, einen Abnehmer für das Geschäftsfeld zu finden, das mit rund 5000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 570 Millionen Euro erwirtschaftet, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Linde hoffe auf einen Erlös von mehr als 600 Millionen Pfund (810 Millionen Euro), sagte ein Insider. Der neue Linde-Chef Wolfgang Büchele hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, er zähle Gist nicht mehr zum Kerngeschäft des Unternehmens, das sich immer mehr auf Industriegase und den dazugehörigen Anlagenbau konzentriert.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Gist liefert gekühlte Nahrungsmittel und Getränke vor allem in Großbritannien, zu den größten Kunden zählt die Kaufhauskette Marks & Spencer. Ende Januar sollten die ersten Informationsprospekte an Interessenten verschickt werden, sagten die Insider. Erste Angebote werden für Ende Februar erwartet. Als Bieter gelten Logistiker wie die Deutsche Post, UPS, Kuehne+Nagel, Imperial sowie üblicherweise Finanzinvestoren.

Linde erklärte, es gebe keine neuen Entwicklungen in der Sache. Morgan Stanley lehnte eine Stellungnahme zu den Angaben ab.

Von

rtr

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