Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.03.2014

09:55 Uhr

Maue Geschäfte

Lanxess hat Streit mit dem Ex

Der Kautschuk-Hersteller Lanxess sagt ein schwieriges Jahr voraus. Neben der Prognose für 2014 belastet auch ein Streit mit Ex-Chef Axel Heitmann das Unternehmen. Er denkt offenbar über eine Klage gegen Lanxess nach.

Tiefrote Zahlen

Das Lanxess-Kerngeschäft schwächelt

Tiefrote Zahlen: Das Lanxess-Kerngeschäft schwächelt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Köln/FrankfurtDer Chemiekonzern Lanxess erwartet nach tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr auch weiterhin schleppende Geschäfte. Wegen des scharfen Wettbewerbs und Überkapazitäten werde der Markt für synthetischen Kautschuk auch 2014 schwierig bleiben, teilte das Kölner Unternehmen am Donnerstag mit.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk für die Auto- und Reifenindustrie. Der Preisverfall auf den Kautschukmärkten und die Absatzkrise der Autobranche in vielen Ländern Europas setzten dem Dax-Konzern zuletzt schwer zu. Lanxess rechnet für das laufende Jahr daher nur mit einem leichten Anstieg seines bereinigten operativen Gewinns (Ebitda). Vorbörslich büßten die Aktien angesichts der trüben Aussichten zwei Prozent ein.

Der Konzern hatte sich vor kurzem von seinem langjährigen Vorstandschef Axel Heitmann getrennt. Nach Informationen der Wirtschaftswoche waren dafür nicht die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens, sondern ein Streit mit dem Aufsichtsrat über die Kosten der Sicherheitsvorkehrungen an seinem Privathaus in Hamburg ein Grund.

Wie aus Unterlagen hervorgeht, die der Wirtschaftswoche vorliegen, hatte Heitmann 2010 eine denkmalgeschützte alte Villa in Hamburg als neuen Familiensitz erworben und das Gebäude zum Schutz gegen Anschläge und Entführungen aufwendig sichern lassen. Die Kosten der Maßnahmen, die mit dem Werksschutz und dem Landeskriminalamt abgesprochen waren, hätten sich auf über 800.000 Euro summiert. Einen Teil davon habe Heitmann aus eigener Tasche gezahlt. Fast 600.000 Euro aber habe er Lanxess in Rechnung gestellt – als so genannte „dienstliche Fürsorgeaufwendung“.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Wegen der besonderen „Funktionsgefährdung“ von Heitmann als Spitzenmanager eines Dax-Unternehmens sei Jahre zuvor auch das Haus der Familie in Mülheim an der Ruhr auf Kosten des Konzerns gesichert worden. Die Kosten der Sicherungsmaßnahmen in Hamburg ließen die Auseinandersetzungen zwischen Heitmann und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Rolf Stomberg, eskalieren, berichtet die Wirtschaftswoche weiter.

Erst sei auf Initiative Stombergs eine Vereinbarung über die Auflösung des Vertrags mit Heitmann getroffen worden, der eine Abfindung von sechs Millionen Euro vorgesehen habe. Wenige Wochen später habe Lanxess seinen ehemaligen Vorstandschef aufgefordert, auf die Abfindung zu verzichten – andernfalls werde man den Vertrag nachträglich fristlos kündigen und die Sache öffentlich machen. Um eine Rufschädigung zu vermeiden, habe Heitmann am 26. Januar der nachträglichen Änderung des Aufhebungsvertrags zugestimmt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×