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06.09.2017

16:11 Uhr

Merck & Co.

US-Riese schnappt sich Münchner Biotechfirma

VonSiegfried Hofmann

Im Markt für Krebs-Immuntherapien verstärkt sich der US-Konzern Merck & Co. mit einer Übernahme: Für die Biotechfirma Rigontec zahlen die Amerikaner bis zu 464 Millionen Euro. Eine Vorauszahlung ist bereits geflossen.

Mit der Übernahme der Münchener Firma hofft der US-Konzern seine eigene Forschung auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie zu erweitern. AP

Merck & Co.

Mit der Übernahme der Münchener Firma hofft der US-Konzern seine eigene Forschung auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie zu erweitern.

FrankfurtDie Forschung auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie bleibt ein wichtiges Thema für die Pharmabranche. Das belegt jetzt eine weitere Übernahme auf dem Gebiet – diesmal in der deutschen Biotechszene. So hat der amerikanische Pharmariese Merck & Co. für bis zu 464 Millionen Euro die Biotechfirma Rigontec übernommen. Das Münchener Unternehmen erhält eine Vorauszahlung in Höhe von 115 Millionen Euro in bar. Weitere 349 Millionen Euro fließen, wenn bestimmte Forschungs- oder Entwicklungserfolge verzeichnet werden.

Der US-Konzern gilt mit seinem Medikament Keytruda bereits als einer der führenden Anbieter im Bereich der Krebsimmuntherapie. Dieses Behandlungskonzept zielt darauf, die körpereigene Immunabwehr mit Hilfe von Medikamenten gegen Krebszellen so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann.

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Dieses Forschungsgebiet weckt zusehends das Interesse großer Pharma- und Biotechfirmen. Vor wenigen Tagen zahlte der US-Biotech-Konzern Gilead Sciences knapp zwölf Milliarden Dollar für die US-Firma Kite Pharma, die an einer Zelltherapie zur Aktivierung des Immunsystems gegen Krebs arbeitet.

Rigontec hat bislang 30 Millionen Euro von Life-Science-Investoren eingesammelt, darunter auch der Wagniskapitalfonds von Boehringer Ingelheim und namhafte Geldgeber wie Forbion Capital Partners und Wellington Partners Life Sciences. Rigontec arbeitet an Wirkstoffen, die auf einen Rezeptor namens RIG-I zielen, mit dessen Hilfe Immunzellen normalerweise vor allem Viren und andere Pathogene identifizieren. Für den am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoffkandidaten hat Rigontec vor wenigen Monaten die ersten klinischen Versuche gestartet.

Mit der Übernahme in München hofft der US-Konzern seine eigene Forschung auf dem Gebiet zu erweitern Der Ansatz von Rigontec ergänze die eigene Strategie und Pipeline gut, wird Eric Rubin, der Leiter der Frühphasen-Krebsforschung von Merck & Co. in einer Mitteilung des US-Konzerns zitiert.

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